Das FCAS-Programm («Future Combat Air System») steht im Zentrum Europas Bemühungen, die nächste Generation von Luftverteidigungssystemen zu entwickeln. Es soll einen neuen Kampfjet mit unbemannten Drohnen und einer vernetzten «Combat Cloud» verbinden, um technologische Souveränität und überlegene Luftkampffähigkeit für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen. Frankreich, Deutschland und Spanien sind an diesem Projekt beteiligt, das 2017 von Angela Merkel und Emmanuel Macron initiiert wurde.
Im Detail plant das Programm einen neuen bemannten Kampfjet, der ab etwa 2045 die aktuellen Flugzeuge wie Rafale und Eurofighter ablösen soll. Er ist darauf ausgelegt, mit Drohnen zu kooperieren und sich in die «Combat Cloud» zu integrieren. Die Gesamtkosten des FCAS-Projekts werden auf mindestens 100 Milliarden Euro geschätzt, wobei Deutschland etwa 40 Milliarden Euro beisteuert. Unternehmen wie Dassault Aviation und Airbus Defence and Space sind maßgeblich beteiligt.
Aktuell befindet sich das Projekt in einer kritischen Phase aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ländern sowie den involvierten Firmen Dassault und Airbus, was zu Verzögerungen geführt hat. Ein letztes Vermittlungsunterfangen der beteiligten Staaten ist im Gange – sollte es scheitern, droht das Projekt zu scheitern.
Ein Scheitern des FCAS-Programms hätte erhebliche Konsequenzen für die europäische Verteidigung und Industrie. Europa könnte dann ein eigenes modernes Luftkampfsystem verpassen und möglicherweise auf US-Technologie angewiesen sein. Mögliche Alternativen könnten die Weiterentwicklung von Drohnen und der Combat Cloud umfassen, wodurch jedoch das ursprüngliche Ziel eines integrierten europäischen Systems erheblich eingeschränkt würde.