Autorin: Michelle Keller
Das Berner Transportunternehmen BLS hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord an Fahrgästen zu verzeichnen, trotz eines finanziellen Minus von über zehn Millionen Franken. Ein Hauptgrund für den Verlust ist der Rückgang im Güterverkehr.
BLS hat eine Passagierzahl von 73,4 Millionen erreicht und damit einen Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt, wie das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt gab. Besonders auf den Strecken Luzern–Langenthal, Bern–Murten/Payerne und Thun–Konolfingen war die Auslastung gestiegen. Dennoch bleibt die finanzielle Lage angespannt.
Ein Faktor für die prekäre Lage ist der Rückgang der Mittel aus dem öffentlichen Sektor. Für den regionalen Personenverkehr erhielt BLS 11,5 Millionen Franken weniger als im Vorjahr.
Im Güterverkehr verursachten zahlreiche geplante und ungeplante Baustellen auf europäischen Schienenwegen Verzögerungen und Ausfälle der Züge. Diese Probleme führten zu Mehrkosten und ausbleibenden Einnahmen, da die Logistikbranche zudem aufgrund geopolitischer Unsicherheiten weniger Nachfrage zeigte. Die Einstellung des Projekts ‚rollende Landstrasse‘, das den Verlad von Lastwagen auf Züge vorsah, beeinträchtigte das Ergebnis zusätzlich.
Trotz Sparmaßnahmen konnte BLS den geringeren Umsatz nicht ausgleichen. Im Güterverkehr entstand ein Defizit von 6,8 Millionen Franken. Zusammen mit Sondereffekten durch die Wertberichtigung im Lokomotivenbestand schloss BLS das Jahr 2025 mit einem Verlust von 10,3 Millionen Franken ab.
Verwendete Quellen:
Medienmitteilung BLS zur Jahresrechnung; Geschäftsbericht 2025 der BLS.