Brustkrebs bei Frauen unter 40 nimmt zu, was Fragen über den Umgang mit einer Krebserkrankung und Kinderwunsch aufwirft. Zwei betroffene Mütter teilen ihre Erfahrungen.
Im Dezember 2016 scheint alles perfekt für Sofie Renz: Sie erwartet ihr zweites Kind und genießt die Weihnachtszeit mit ihrem Sohn. Doch eine angeschwollene Brust stellt die Ruhe in Frage. Die Frauenärztin diagnostiziert zunächst einen Milchstau, doch Antibiotika helfen nicht. Im Spital wird Gewebeproben entnommen und Sofie Renz erfährt, dass sie ein selteneres, aggressives Mammakarzinom hat.
Für die 34-jährige war die Ungewissheit der schlimmste Teil. Ihre Chemotherapie beginnt im zweiten Trimester der Schwangerschaft und stellt Fragen über das Wohl des ungeborenen Kindes.
In der Schweiz werden jährlich 6200 Frauen mit Brustkrebs diagnostiziert, wobei 5 bis 7 Prozent unter 40 Jahre alt sind. Die Neuerkrankungen bei jüngeren Frauen steigen und gleichzeitig verzögern sich die Familiengründungen.
Sofie Renz’ Therapie umfasst 8 Zyklen über 24 Wochen, während der sie von einer Breast-Care-Nurse begleitet wird. Die Plazenta schützt das ungeborene Kind vor den Chemotherapien, doch die Angst bleibt.
Im Gegensatz dazu steht Tanja Kewan, deren Brustkrebs im Alter von 21 Jahren diagnostiziert wurde. Sie verliert ihre Fruchtbarkeit durch die Krebserkrankung und wird mit 26 in eine künstliche Menopause versetzt, um während der Chemotherapie ihre Eierstöcke zu schützen.
Nach ihrem Brustkrebs beginnt Tanja Kewan trotz Risiken eine Familie. Ihr Traum wird wahr: Sie bringt ein gesundes Mädchen zur Welt. Doch kurze Zeit später wird sie mit akuter myeloischer Leukämie konfrontiert, einer Spätfolge der Chemotherapie.
Kewan erlebt erneut eine intensive Therapie und ihre Tochter muss in Pflege gehen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Kewans Wunsch nach Familie stark.
Sofie Renz’ Behandlung zeigt Erfolg, als die Brust wieder normalisiert wird. Sie entscheidet sich für einen geplanten Kaiserschnitt, um den Belastungen einer natürlichen Geburt nach Chemotherapie zu entgehen.