Chaos im E-Mail-Postfach und kein Speicherplatz für Fotos sind triftige Gründe, um einen digitalen Frühjahrsputz durchzuführen. Eine Anleitung für diesen Vorgang bietet wertvolle Tipps.
Im Frühling befasst sich mancher damit, das Haus zu putzen und unbrauchbares Gerümpel auf den Weg zur Entsorgungsstelle oder zum mobilen Recyclinghof in Zürich zu bringen. Der jährliche Frühlingsputz ist dafür eine passende Gelegenheit.
Für Küche, Wohnung oder Kleiderschrank gilt der Ordnungssinn selbstverständlich – für das digitale Leben jedoch oft nicht. Smartphone und Laptop bleiben beim Reinemachen meist außen vor, obwohl regelmäßiges Aufräumen auch hier von Nutzen wäre.
Karine Paulon, eine Biologin mit Ausbildung zum Aufräumcoach, unterstützt Menschen darin, Ordnung zu schaffen. Sie berichtet von einer steigenden Nachfrage nach Hilfe zur digitalen Organisation. “Oft geht es um Fotos: Die Festplatte ist voll oder das Budget für zusätzlichen Cloud-Speicher fehlt”, erklärt Paulon.
Paulons Vorgehen beim digitalen Aufräumen besteht aus drei Schritten. Zuerst erfolgt eine Inventur: Welche Daten gibt es und wo sind sie gespeichert? USB-Sticks, CDs, alte externe Festplatten oder Cloud-Konten werden erfasst.
Im zweiten Schritt wird reduziert: Duplikate und unwichtige alte Dokumente werden gelöscht. Alle Daten werden überprüft, um zu entscheiden, was behalten werden soll. Für unentschlossene Personen schlägt Paulon vor, Dateien zunächst in einen temporären Ordner zu verschieben, wo sie später nochmals bewertet werden können.
Der dritte Schritt ist die Erstellung einer sinnvollen Ordnerstruktur und deren Einhaltung. Hierfür empfiehlt Paulon eine Routine, etwa wöchentlich neue Fotos zu sortieren oder unbenutzte Apps zu entfernen.
Nachhaltigkeit steht für Paulon im Vordergrund der digitalen Ordnung. Die Speicherung von Daten verbraucht Ressourcen: Strom und Wasser für Rechenzentren – laut einer IEA-Studie aus dem letzten Jahr verbrauchen diese weltweit etwa 1,5 Prozent des globalen Stroms. Bis 2030 könnte dieser Wert sich verdoppeln.
Obwohl der Einfluss von privaten Daten auf die Ressourcennutzung gering ist, hält Paulon es für wichtig, bewusst damit umzugehen: “Man sollte verstehen, dass digitale Ordnung auch Umweltvorteile bringt”, sagt sie.
Weitere Vorteile sind persönliche Freiheit und Zeitersparnis. Durch eine klare Ordnerstruktur kann man Prioritäten setzen und Klarheit über die eigene Datensituation gewinnen: “Wenn alles auf das Wesentliche reduziert ist, bringt das Klarheit und Ruhe”, betont Paulon. So lassen sich Fotos besser genießen und Ferienfotobücher schneller erstellen.
Für jene, die nun Lust haben, Smartphone oder Laptop auszumisten, folgt eine Übersicht mit möglichen Maßnahmen.