Der Iran hat seine Zusage zur Öffnung der Hormus-Strasse wieder zurückgenommen und damit die Unsicherheit in der Region trotz Waffenruhe unterstrichen. Laut einem Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte, berichtet von der Nachrichtenagentur Fars, erfolgte diese Rücknahme infolge einer andauernden Blockade iranischer Häfen durch die USA.
Iran hatte zuvor die kontrollierte Durchfahrt für eine begrenzte Anzahl an Öltankern und Handelsschiffen zugelassen. Da die USA die Blockade jedoch beibehalten, kehre die Kontrolle über die strategisch bedeutsame Meerenge in den vorherigen Zustand zurück: Die Hormus-Strasse bleibt unter strenger Verwaltung der iranischen Streitkräfte.
Der amerikanische Präsident Donald Trump verkündete auf Truth Social, die Blockade bleibe bis zur vollständigen Umsetzung der Vereinbarungen mit dem Iran bestehen. Darauf reagierte der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf mit einer Warnung: Die Hormus-Strasse werde nicht offen bleiben, solange die US-Blockade andauere.
Trotz der Freigabe am vergangenen Freitag zeichnet sich nach Einschätzung von Datenanbietern und Branchenbeobachtern keine schnelle Normalisierung des Schiffsverkehrs ab. CNN berichtete unter Berufung auf Verkehrsinformationen, dass seit der offiziellen Öffnung durch Teheran lediglich fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff die Meerenge passierten – jedoch keine Öltanker.
John-Paul Rodriguez von der Texas A&M University äußerte gegenüber Al Jazeera seine Einschätzung, dass widersprüchliche Statusmeldungen Reedereien von einer Durchfahrt abhalten. Laut ihm versuchten Schiffe seit der Ankündigung die Meerenge zu passieren, kehrten jedoch wegen Unklarheiten zurück. Grossreeder würden vermutlich keine Risiken eingehen und warten, bis die iranische Sperre vollständig aufgehoben sei.
Nach den militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den USA hatte der Iran am 28. Februar 2026 die Hormus-Strasse blockiert. Der damalige Aussenminister Abbas Araghchi verkündete daraufhin die Öffnung im Rahmen einer Waffenruhe, unter Auflagen wie Genehmigungen durch die iranischen Revolutionswächter und fest vorgegebene Routen. Unklar bleibt, ob eine Maut fällig wird.
Der Analysedienst Kpler wies auf der Plattform X darauf hin, dass politische Ankündigungen stark von der operativen Realität abwichen. Eine Rückkehr zur Normalität und die Wiederherstellung des Vertrauens der Versicherungsmärkte wird Monate in Anspruch nehmen.