Die Naturkosmetikmarke Weleda, bekannt für ihre Verbindung zu Prominenten wie Victoria Beckham und Gigi Hadid, steht inmitten einer umfassenden Transformation. Das Unternehmen, das sich durch seine anthroposophischen Wurzeln und biologische Produkte auszeichnet, erlebt aktuell bedeutende Umbrüche.
Skin Food, eines der prominentesten und zugleich kontrovers diskutierten Kosmetikprodukte von Weleda, wird sowohl gelobt für seine Reichhaltigkeit als auch kritisiert für seine Zusammensetzung. Kritiker bemängeln eine mangelnde Feuchtigkeitsversorgung sowie die Anwesenheit reizender Inhaltsstoffe wie Alkohol und ätherische Öle.
Unter der Leitung von Tina Müller, einer deutschen Managerin mit Erfahrung in der Autoindustrie und ehemalige Führungskraft bei Douglas, hat sich Weleda seit über zwei Jahren signifikant verändert. Im Februar wurden 31 Mitarbeiter gekündigt. Zusätzlich wird die erst kürzlich gegründete School of Nature im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd geschlossen, nachdem sie nicht die erhoffte Wirkung erzielte.
Weleda betont, dass es sich um eine kontinuierliche Überprüfung der Organisationsstruktur handelt, insbesondere im internationalen Wettbewerbsumfeld. Obwohl 2026 mehr Stellen geschaffen als abgebaut wurden, markiert die Schliessung der School of Nature einen bedeutenden Einschnitt.
Die Transformation von Weleda ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Ausnutzung des enormen Potenzials im globalen Skincare-Markt, der jährlich etwa 180 Milliarden Dollar Umsatz generiert. Das Unternehmen strebt danach, neue Märkte zu erschliessen und seine Position in Asien sowie anderen Regionen auszubauen.
Diese Änderungen sind nicht ohne Spannungen geblieben; die traditionellen Vertriebspartner äussern sich gemischt über die Neupositionierung. Hansi Sommer, Präsident der Genossenschaft Vielgrün, berichtet von Herausforderungen bei der Bewerbung neuer Produkte in seinem Geschäft.
Zudem stösst die neueste Intimpflegereihe für Frauen auf Kritik, da sie Allergene enthält und als unnötig betrachtet wird. Weleda hält an seiner Philosophie fest, ausschliesslich natürliche Rohstoffe zu verwenden, und betont die Deklaration potenzieller Allergene.
Mit der bevorstehenden Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen steht Weleda vor der Herausforderung, seine wirtschaftlichen Erfolge mit den traditionellen Werten in Einklang zu bringen. Letztes Jahr erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 19 Millionen Franken und zeigt damit positive Zeichen auf dem Weg zur finanziellen Stabilität.