Mit einer Doppelfolge gehen Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl als die dienstältesten «Tatort»-Ermittler in den Ruhestand. Ihre letzten Fälle bringen eine Doppelepisode an Ostern, was ihre beeindruckende Bilanz von hundert Episoden krönt. Die Mischung aus Granteln und Gelassenheit wird ihren Fans fehlen.
In ihrer letzten gemeinsamen Ermittlung mahnen sich Batic (Nemec) und Leitmayr (Wachtveitl) gegenseitig, den Fall unbeschadet zu überstehen. Sie lehnen einen spektakulären Tod oder ausgelassenen Abschied ab; ein bescheidener Kuchen und ein kleines Dankeschön sollen genügen.
Mit 100 Fällen belegen sie Platz zwei der dienstältesten «Tatort»-Kommissare, nur Lena Odenthal startete früher im Jahr 1989 in Ludwigshafen. In den Episoden 99 und 100, ausgestrahlt am Ostersonntag und Ostermontag, droht ihnen die Zeit zu knapp.
In Folge 99 wird eine völlig verbrannte Frauenleiche entdeckt, die Monate in einem abgesperrten Raum der Münchner Versorgungsbetriebe lag. Der Fall dreht sich um ein Phantom mit nachgemachten Schlüsseln und heimlichen Einquartierungen, wobei das «Warum?» im Mittelpunkt steht.
In Episode 100 sind Batic und Leitmayr nun Pensionisten: Während einer in Kroatien singt und flirtet, schraubt der andere an seinem Porsche. Der Hilferuf von Kara Roth zieht sie zurück in den aktiven Dienst für einen Fall, der sich zum Mafia-Thriller entwickelt.
Als Ruheständler mit Besuchsausweis im Revier stoßen sie auf skurrile Situationen ohne Dienstmarke oder Waffe. Die Folge «Unvergänglich» bietet nostalgische Cameo-Auftritte von ehemaligen Kollegen wie Carlo Menzinger und Christine Lerch.
Ihre Karriere begann mit der Folge «Animals» am 1. Januar 1991, wo es um Tierquälerei ging. Eine Generationenwende folgte auf bayerische Ermittlerlegenden wie Gustl Bayrhammer und Helmut Fischer.
Die von Silvia Koller erfundenen Kommissare brachten schnell hohe Quoten: der spindlige Leitmayr und der kroatisch-stämmige Batic. Ihr dynamisches Duo, geprägt von gegenseitigem Ansporn und Gelassenheit, war unzertrennlich.
Ihr München war weniger Postkartenidylle als vielmehr eine Stadt voller Dreck und Grau. Die Episoden bieten sozialkritische Einblicke in die Münchner Psychogeografie und originelle Ermittlungsmethoden, von Kellnerrollen bis zu fiktiven Krimidinnerszenarien.
Die Nachfolger übernehmen nun große Fußstapfen. Carlo Lubziek und der frühere Assistent Hammermann zeigen Entschlossenheit in ihren neuen Rollen.
Zum Abschluss betont Leitmayr die Bedeutung des Berufs: «Rauszufinden, was wirklich passiert ist.» Die letzten Minuten der finalen Folge bleiben ein Geheimnis, da sie nicht vorab gezeigt werden.
Die Doppelfolge aus München wird am Ostersonntag und Ostermontag auf SRF 1 und ARD ausgestrahlt. «Batic und Leitmayr – Die Zwei vom Tatort sagen Servus» folgt am Ostermontag um 21:45 Uhr in der ARD.