Amazon kündigte an, dass ältere E-Reader der Marke «Kindle» ab dem 20. Mai 2026 keine Softwareupdates mehr erhalten werden. Diese Geräte verlieren ihren Zugang zu den Amazon-Diensten und jeglichen Support von Amazon. Guido Berger, Digitalredaktor bei SRF, erläutert die Auswirkungen und Hintergründe.
Guido Berger hat eine Historiker-Ausbildung und arbeitete vor seiner Zeit bei der SRF Digitalredaktion als Programmierer. Seit 2006 gibt er dem Publikum Einblicke in neue digitale Technologien und Spiele und leitet seit 2011 die heute vierköpfige Redaktion.
Obwohl Besitzer alter Kindle-Geräte diese theoretisch weiterhin nutzen können, erhalten sie keine Updates mehr. Fehler werden folglich nicht behoben. Der Verlust des Internetzugangs ist jedoch gravierender: Es gibt keinen Weg mehr, Bücher auf das Gerät zu laden, weder neue noch alte (wenn diese nicht bereits vorhanden sind). Sollte das Gerät zurückgesetzt oder vom Amazon-Account abgemeldet werden, können keine bestehenden Bücher erneut heruntergeladen werden. Das Gerät bleibt zwar funktionsfähig, ist aber im aktuellen Zustand eingefroren und nur einen Knopfdruck von der Unbrauchbarkeit entfernt.
Dennoch bleiben die gekauften E-Books über die Kindle-App auf Smartphones, Tablets oder auch Browsern zugänglich.
Betroffen sind alle Geräte bis einschließlich 2012. Es gibt keine offiziellen Verkaufszahlen, aber Schätzungen gehen von mindestens 10 bis 20 Millionen verkauften Kindles weltweit aus, wobei die Anzahl der noch genutzten Geräte unklar bleibt. Sicher ist jedoch, dass viele dieser Geräte bald nur eingeschränkt nutzbar sein werden.
Amazon empfiehlt, einen neuen Kindle zu erwerben und hat amerikanischen Kunden in einer E-Mail-Nachricht dafür sogar einen Rabatt von etwa 50 Franken angeboten. Die offizielle Begründung für die Entscheidung fehlt; gegenüber der BBC äusserte sich Amazon jedoch dahingehend, dass Technologien seitdem stark vorangeschritten seien und man den Aufwand für unterschiedliche Software-Versionen nicht mehr betreiben wolle.
Neuere Geräte bieten mehr Speicherplatz und Leistung, was die Integration neuer Funktionen ermöglicht, die auf älteren Modellen problematisch wären. Amazon möchte diesen zusätzlichen Entwicklungs- und Testaufwand sparen und hofft, dass Kunden sich nicht zu laut beschweren.
Radio SRF 2 Kultur-Nachrichten, 13.4.2026, 16:30 Uhr.