Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat eine Änderung der Verfassung beschlossen, die es schwieriger macht, Untersuchungsausschüsse einzusetzen. Dieser Schritt wird kritisch betrachtet, da er als Versuch gesehen wird, die AfD zu marginalisieren. Ein Blick auf den Newsletter «Der andere Blick am Abend» von Susann Kreutzmann zeigt: Der abgewählte Landtag verabschiedete mit einer Zweidrittelmehrheit eine Verfassungsänderung vor der Wahl eines neuen Parlaments. Initiatoren waren CDU, SPD und Grüne, die das Quorum für Untersuchungsausschüsse von einem Fünftel auf ein Viertel erhöhten. Bisher hätte die AfD damit alleine einen Ausschuss einberufen können. Die Kritik an diesem Schritt ist laut: Die Rechte der Opposition sind grundlegend für eine liberale Demokratie, wie das Grundgesetz betont. Durch verfassungsrechtliche Anpassungen diese Rechte einzuschränken, widerspricht dem Geist des Parlamentarismus und den Wählerwünschen. Starke Rechte der Opposition sind ein Maßstab für Demokratie. Die Abgeordneten von Rheinland-Pfalz verlagern durch diese Änderung die Macht zugunsten der Exekutive, was als gefährliche Entwicklung gesehen wird. Untersuchungsausschüsse dienen dazu, die Regierung zu kontrollieren und Transparenz in der Machtausübung zu gewährleisten – ein zentrales Element der Gewaltenteilung. Besonders kritisch ist hierbei der Zeitpunkt der Änderung: Ein bereits abgewählter Landtag nutzt seine Restzeit, um das institutionelle Gefüge nach einem unerwünschten Wahlergebnis zu ändern. Politisch sendet dies ein negatives Signal aus. Die Frage bleibt, ob die Abgeordneten tatsächlich glauben, mit dieser Maßnahme die AfD stoppen zu können. Dies könnte eher das Gegenteil bewirken und der Partei zeigen, wie Rechte beschnitten werden. Haben sie so wenig Vertrauen in die parlamentarische Demokratie? Obwohl es Gründe gibt, die Politik der AfD abzulehnen, schadet sich der Landtag selbst durch solche Manöver. Die Partei könnte versuchen, das Verfahren vor dem Verfassungsgerichtshof des Landes anzufechten. Selbst wenn die AfD Untersuchungsausschüsse als politisches Werkzeug missbrauchen würde, wäre dies kein Novum – sie sind schon immer hochpolitisch gewesen. Die CDU-Regierung in Mainz könnte so vor unerwünschten Fragen geschützt werden, da auch die Grünen nicht mit der AfD zusammenarbeiten wollen. Interessant ist zudem das widersprüchliche Verhalten der CDU: Während sie im Bundestag Minderheitenrechte verteidigt und gegen deren Einschränkung klagt, unterstützt sie in Rheinland-Pfalz diese Maßnahmen. Wer demokratische Prozesse ändert, um einen Gegner zu schwächen, gefährdet am Ende die Ordnung, die er behauptet schützen zu wollen.