Ali Syed, ein Inder, wurde im Jahr 2025 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt, da er Kunden um mehr als 28 Millionen Franken betrogen haben soll. Doch nun hat das Bundesgericht die Zürcher Justiz kritisiert und festgestellt, dass Syed zeitweise unrechtmäßig inhaftiert war. Die Ermittlungen gegen den gebürtigen Inder begannen Ende 2022 im Kanton Zürich. Syed soll sich als Milliardär ausgegeben haben, indem er ein Finanzinstitut namens Western Gulf Advisory in Bahrain inszenierte. Mit luxuriösen Büros und falschen Mitarbeiterbildern versuchte er potenzielle Kunden zu täuschen. Außerdem soll er fiktive Jahresberichte erstellt haben. Syed zielte darauf ab, kriselnde Unternehmen mit nicht existierenden Darlehen anzulocken, wofür Vorauszahlungen in Millionenhöhe verlangt wurden. Diese Zahlungen liefen durch ein Konto bei der Credit Suisse, was die Zürcher Behörden auf den Plan rief. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte ihn zudem, sich mit den erhaltenen Geldern ein Luxusleben gegönnt zu haben, inklusive Privatjets und teuren Autos. Nach einer internationalen Festnahme in Großbritannien wurde Syed 2024 nach Schweiz ausgeliefert. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte ihn im Juli 2025 wegen gewerbsmäßigen Betrugs, doch das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Syed bestreitet alle Anschuldigungen und behauptet, die Western Gulf Advisory sei auf Wunsch des bahrainischen Königshauses gegründet worden. Laut Bundesgericht gab es jedoch Fehler bei der Haftverlängerung: Im November 2025 war Syed ohne gültigen Hafttitel inhaftiert und ihm wurde nicht rechtliches Gehör gewährt. Zudem bemängelt das Bundesgericht einen unzureichenden Entscheid des Obergerichts zur Haftverlängerung, der schwer verständlich sei. Das Obergericht muss nun erneut über die Haftverlängerung entscheiden und es könnte ein Verfahren zur Entschädigung für die unrechtmäßige Inhaftierung folgen. Die Kosten des Bundesgerichtsverfahrens muss der Kanton Zürich tragen, da Syed und seine Anwälte den Fall dorthin ziehen mussten, um auf die Fehler der Zürcher Behörden hinzuweisen.