In Zeiten erhöhter politischer Spannungen, wie sie der Iran-Konflikt auslöst, sollten Anleger die Grundprinzipien der Geldanlage nicht vernachlässigen. Trotz steigender Erdölpreise infolge einer Blockade in der Seestraße von Hormuz und Sorgen um eine Stagflation ist ein signifikanter Kursrückgang an den Aktienmärkten bisher ausgeblieben. Der amerikanische S&P 500 verzeichnet seit Jahresbeginn einen Rückgang um 2,8 Prozent, der Euro-Stoxx-50 um 1,3 Prozent und der Schweizer SMI um 3,2 Prozent.
Die Fortdauer oder Eskalation des Konflikts könnte jedoch stärkere Verluste nach sich ziehen. René Stiefelmeyer von Hinder Asset Management betont, dass US-Präsident Donald Trump insbesondere Inflationssorgen und steigende Kapitalmarktzinsen fürchtet. Die Unsicherheit bezüglich des Konfliktendes könnte die Märkte weiter destabilisieren.
Wie sollten Sparer reagieren? Historisch gesehen ist es ratsam, nicht nervös zu reagieren und das Portfolio umzustellen, da dies oft mit erheblichen Kosten verbunden ist. Finanzexperte Patrick Eugster rät: „Investieren bedeutet oft, nichts zu tun.“ Anleger sollten sich an ihre Strategie halten und nur gegebenenfalls regionale oder branchenspezifische Anpassungen vornehmen.
Christof Reichmuth von der Bank Reichmuth empfiehlt, nur Geld in Aktien zu investieren, das nicht kurzfristig benötigt wird. Eine durchdachte Anlagestrategie sollte die persönliche Risikotoleranz und finanzielle Situation berücksichtigen.
Sollten Investoren erkennen, dass sie mit Verlusten schlecht umgehen können, wäre es ratsam, eine geringere Aktienquote zu wählen. Der Glaube an aktives Wertpapierhandeln zur Erzielung höherer Renditen ist jedoch oft ein Irrglaube.
Duncan Lamont von Schroders warnt vor den Kosten einer solchen aktiven Strategie, da Anleger die besten Börsentage verpassen könnten. Langfristige Investitionen zeigen, dass sich Verluste ausgleichen können – Schweizer Aktien erzielten im Zeitraum 1900 bis 2025 einen jährlichen Wertzuwachs von 4,6 Prozent nach Inflationsbereinigung.
Finanzprodukte mit garantierten Renditen oder Verlustbegrenzungen sind oft kostspielig und haben in Krisenzeiten versagt. Das VZ Vermögenszentrum stellte fest, dass die Wahrscheinlichkeit einer Mehrrendite durch aktiv verwaltete Fonds gegenüber ETFs bei fast null liegt.
Anleger sollten daher auf günstige Indexfonds und ETF setzen, um langfristig Vermögen zu mehren. Diese Produkte ermöglichen eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen. Ein ausgewogenes Portfolio sollte sowohl offensive als auch defensive Elemente enthalten.
Der Diskurs über die Rolle des Schweizer Frankens teilt Experten: Erwin Heri befürwortet einen «home bias», während andere wie Eugster für eine globale Diversifikation plädieren. Stiefelmeyer weist darauf hin, dass auch Schweizer Aktien Wechselkursrisiken bergen und amerikanische Aktien in den vergangenen zehn Jahren höhere Renditen brachten.
Dieser Artikel erschien erstmals am 15.03.2026 in der NZZ. Bei dieser Version handelt es sich um eine aktualisierte Fassung.