Die Artemis-II-Mission wird am frühen Morgen des 2. Aprils ins All starten und könnte die bisher weiteste Menschenreise in den Weltraum darstellen, indem sie vier Astronauten hinter den Mond bringt. Diese Mission ist ein entscheidender Schritt für das ambitionierte Vorhaben der NASA, bis 2028 erneut auf dem Mond zu landen und eine Mondbasis zu errichten.
Die Besatzung wird am sechsten Tag ihrer Reise in einen Blackout geraten, da sie sich im Schatten des rund 370.000 Kilometer entfernten Mondes befindet – ein Bereich ohne Funkverbindung zur Erde. Diese Herausforderung unterscheidet die Artemis-II-Mission von der Apollo-8-Mission im Jahr 1968, als Astronauten im Durchschnitt nur 110 Kilometer über der Mondoberfläche waren, während sie jetzt mehr als 6500 Kilometer erreichen werden.
Die Crew hat sich umfassend vorbereitet, unter anderem durch Training in Isolation und extremen Situationen. So verbrachten die Kanadier Jeremy Hansen und Christina Koch, eine US-Amerikanerin, Tage in einer italienischen Höhle, um zu lernen, wie man unter schwierigen Bedingungen ohne Privatsphäre zurechtkommt.
Rüdiger Seine von der ESA beschreibt diese Erfahrung als Stresstest, bei dem die Astronauten enge, matschige Gänge durchqueren mussten. Die Orion-Kapsel bietet ein begrenztes Volumen von rund neun Kubikmetern, was die Enge im All simuliert.
Die Crewmitglieder Reid Wiseman und Victor Glover verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Raumfahrt: Wiseman war zuvor Kommandant auf der Internationalen Raumstation, während Glover an einer Langzeitmission mit SpaceX teilnahm. Christina Koch hält den Rekord für den längsten ununterbrochenen Aufenthalt im All durch eine Frau.
Trotz moderner Sicherheitsmaßnahmen bleibt die Raumfahrt riskant. Seit Juri Gagarins historischem Flug 1961 gab es zahlreiche Unfälle, doch Studien zeigen, dass bemannte Missionen seit 2003 sicherer geworden sind. Die Artemis-II-Mission durchquert gefährliche Regionen des Alls und setzt die Crew den Strahlungen jenseits des Erdmagnetfelds aus.
Um sich zu schützen, können Astronauten sich während der Reise unter Vorräte und Tanks verkriechen. Die Strahlenbelastung wird als moderat angesehen, da die Mission relativ kurz ist. Nach ihrer Rückkehr könnten sie jedoch unter Schwindel leiden, Muskel- und Knochenabbau erfahren oder Herzprobleme haben.
Die Besatzungsmitglieder trainieren mit einem effizienten, kabelbasierten Gerät, um den Muskelabbau zu minimieren. Sie befinden sich derzeit in Quarantäne und bereiten sich auf das kommende Abenteuer vor, bei dem alles an Ort und Stelle befestigt werden muss. Einzig der Urin wird im All entsorgt.
SRF 1 berichtete am 26. März 2026 über diese bahnbrechende Mission.