Sechs Jahre nach seiner ersten Präsentation am Genfer Autosalon ist der Aston Martin Valhalla nun in Serienproduktion gegangen. Ursprünglich als AM RB 003 im Jahr 2019 vorgestellt, sollte er ein alltagstauglicher Supersportler werden – eine Kooperation mit Red Bull markiert durch die Nummer 3. Anfangs wurde ein V6-Biturbo-Benziner mit 1000 PS angekündigt und 500 Einheiten geplant. Danach folgte eine lange Pause.
Im Jahr 2021 tauchte das Auto erneut auf, diesmal ausgestattet mit einem V8-Biturbo und zwei Elektromotoren, bevor Aston Martin sich schließlich für einen V8-Biturbo entschied, der von drei E-Motoren unterstützt wird. Seit Ende 2025 wird der nach einer nordischen Ruhmeshalle benannte Valhalla ausgeliefert – als erster Plug-in-Hybrid des Unternehmens mit 1079 PS und einer Produktionsstückzahl von exakt 999 Autos.
Der Valhalla zeichnet sich durch seinen ungewöhnlichen Motorbau aus: ein nicht sichtbarer V8-Mittelmotor, der vor der Hinterachse sitzt und 828 PS leistet. Dieses Konzept wurde zuvor nur beim Concept Car Bulldog von 1980 und dem Straßenrennwagen Valkyrie umgesetzt. Zudem verfügt er über ein speziell für Aston Martin entwickeltes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe und drei E-Motoren (zwei vorne, einer hinten), ergänzt durch Magnesiumräder.
Ein Ziel der Entwicklung war die hohe Fahrstabilität bis zu einem Maximaltempo von 350 km/h. Dazu trägt die aktive Aerodynamik bei, die im Race-Modus bis zu 610 Kilogramm Abtrieb ab 240 km/h ermöglicht. Der Heckflügel kann um bis zu 25 Zentimeter angehoben werden und dient sowohl der Höchstgeschwindigkeit als auch dem erhöhten Abtrieb.
Die vorderen elektrischen Antriebe schaffen bis zu 19 000 Umdrehungen pro Minute, was eine variable Kraftverteilung (Torque Vectoring) zwischen den Vorderrädern ermöglicht. Das Stabilitätsprogramm und die Traktionskontrolle lassen sich anpassen oder deaktivieren.
Das Design ist in zwei Hälften geteilt: eine schwarze Carbonunterseite mit technischen Komponenten und eine farbige Oberseite aus Karosseriematerial. Die Aerodynamik wurde optimiert, um die Hitzeentwicklung der Turbolader zu bewältigen, wobei ein großer Frontgrill und speziell geformte Lufteinlässe genutzt werden.
Im Innenraum bietet das handliche Lenkrad und eine kleine Mittelkonsole alle notwendigen Bedienelemente. Die Sitzposition ist tief und bequem, vergleichbar mit einer Formel-1-Besetzung, während hohe Wangen den Fahrer in Kurven stabil halten.
Der Start erfolgt im Sportmodus mit einem zurückhaltenden V8-Grollen. Im EV-Modus erreicht der Valhalla eine Reichweite von bis zu zwölf Kilometern rein elektrisch. Auf öffentlichen Straßen lässt sich das volle Drehmoment bereits ab 2500 Umdrehungen nutzen.
Seine wahre Leistungsfähigkeit zeigt der Valhalla auf der Rennstrecke, wie dem Circuito Navarra in Nordspanien. Mit einer Beschleunigung von 2,5 Sekunden auf 100 km/h und bis zu 260 km/h beeindruckt er durch schnelle Gangwechsel und eine hochwertige Bremsanlage mit Carbon-Keramik-Scheiben.
Mit etwa 150 bereits produzierten Exemplaren bleibt der Valhalla exklusiv, zum Preis von knapp 923 000 Euro. Die Testfahrt wurde von Aston Martin unterstützt.