Seit Februar 2026 herrscht eine neue Phase der atomaren Unsicherheit, da das letzte bedeutende Abkommen zur Begrenzung von Atomwaffen zwischen den USA und Russland ausgelaufen ist. Das Ende dieser Ära der Rüstungskontrolle, die Jahrzehnte andauerte und strategische Stabilität gewährleistete, wird im Podcast mit der Sicherheitsexpertin Lydia Wachs diskutiert.
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Seit dem 5. Februar ist es erstmals seit den 1970ern wieder so, dass keine vertraglichen Obergrenzen für die strategischen Atomwaffenarsenale der USA und Russlands existieren. Die Politologin Lydia Wachs von der Universität Stockholm sieht zwar kein unmittelbares massives Wettrüsten voraus, doch das Risiko steigt durch den Wegfall des Datenaustauschs und gegenseitiger Inspektionen. Diese Veränderungen schaffen Misstrauen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Fehleinschätzungen.
Die aggressive Nuklearrhetorik Moskaus seit Beginn der Ukraine-Krise hat im Westen zu großer Besorgnis geführt. Lydia Wachs zufolge dienen diese Drohungen hauptsächlich der Einschüchterung und sind nur teilweise erfolgreich: “Die NATO ist nicht in den Krieg eingetreten, doch der Westen unterstützt die Ukraine mit Rüstung gegen den Willen Russlands.”
“Rüstungskontrollen haben die Beziehungen zwischen den USA und Russland stabilisiert,” betont Lydia Wachs im Podcast “NZZ Geopolitik.” Aktuell scheint es jedoch wenig Aussicht auf einen Nachfolger für den New-Start-Vertrag zu geben. Die Interessenunterschiede zwischen Russland und den USA sind groß, und China als dritter Akteur lehnt bislang Vertragsbeteiligungen ab. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Expertin langfristig optimistisch: Sie ist überzeugt, dass Rüstungskontrollen irgendwann zurückkehren werden.
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