Der diesjährige Winter hat in den Alpen eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Lawinenniedergängen verzeichnet, wobei die Zahl der Todesfälle mit 15 Personen bis Ende März fast dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Laut einem Bericht des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF vom Dienstag wurden in diesem Winter insgesamt 244 Menschen bei 171 Lawinenniedergängen verletzt, was über den zehnjährigen Durchschnittswerten von 182 erfassten Personen in 127 Unfällen liegt.
Keiner der Betroffenen befand sich auf Skipisten. Neun wurden im Tourengelände und sechs im Variantengelände verschüttet, so die Angaben auf der Webseite des SLF. Der zehnjährige Durchschnitt bis Ende März weist 14 Todesopfer aus.
Ein prägendes Merkmal dieses Winters war das Altschneeproblem im gesamten Alpenraum. Nach einem frühen Schneefall Ende November verblieb die Witterung trocken und sonnig bis in den Januar hinein, was zu einer instabilen dünneren Schneedecke führte. Solche Winterzustände gelten laut SLF als besonders gefährlich, da die Gefahren oft auch von Experten nicht leicht zu erkennen sind. Zudem können Lawinen, die in tieferen Schichten der Schneedecke ausbrechen, besonders verheerend sein.
Besonders betroffen waren das Wallis, das Tessin und Graubünden. Klimatologisch war der Winter 2025/26 wie bereits der vorherige zu warm und mit deutlich unterdurchschnittlichen Schneehöhen verbunden. Die Neuschneesummen erreichten landesweit nur etwa 50 bis 75 Prozent des langjährigen Durchschnittswertes, wobei das größte Defizit im Osten der Schweiz zu verzeichnen war.