Was ist ein digitaler Brief? Ein digitaler Brief stellt eine elektronisch versandte schriftliche Mitteilung dar, die mit einem E-Mail oder herkömmlichem Brief vergleichbar ist. Nicole Burth, Leiterin Digital Services der Post, erklärt: «Digitale Briefe sind Teil der postalischen Grundversorgung und jeder kann sie nutzen, wenn er möchte.»
Warum digitale Briefe wichtig sind? Nicole Burth betont: «E-Mails eignen sich nicht gut für den Austausch sensibler Daten. Digitale Briefe bieten verifizierte Adressen und Zeitstempel, während ein elektronisches Siegel die Unveränderlichkeit der Nachricht garantiert. Dies schützt vor Phishing-Angriffen.» Laut Burth ermöglicht dieser Service erstmals eine digitale Präsenz in der Grundversorgung, um Sicherheit bei der Digitalisierung zu gewährleisten.
Was geschieht mit physischen Postkarten? Empfänger, die ausschließlich digitale Post wünschen und dennoch eine Postkarte erhalten, bekommen diese gescannt. Die Karte wird 30 Tage lang aufbewahrt und kann innerhalb dieses Zeitraums noch einmal zugestellt werden.
Voraussetzungen für einen digitalen Brief? Um digitale Briefe zu empfangen, ist eine Registrierung in der Post-App erforderlich. Diese App läuft sowohl auf Smartphones als auch Computern und benötigt ein Kundenlogin der Post. Aktuell sind 1,2 Millionen Adressen verifiziert, von denen etwa die Hälfte dem Empfang digitaler Post zugestimmt hat.
Funktionsweise des Services? Unternehmen, Behörden oder Privatpersonen geben ihre Post elektronisch ein. Die Postadresse genügt hierfür, und die Post übernimmt den Versand mit rechtlichem Siegel. Der Empfänger kann selbst wählen, ob er seine Post digital in der App oder analog im Briefkasten erhalten möchte.
Kosten eines digitalen Briefes? Das Empfangen von digitaler Post ist kostenlos; es spielt keine Rolle, ob die Zustellung physisch oder digital erfolgt. Zum Versenden eines digitalen Briefes fallen 40 Rappen Porto an. Für eine physische Zustellung werden zusätzliche Kosten für Druck und Papier berechnet: B-Post kostet 1,45 Franken, A-Post 1,65.
Was tun ohne Smartphone? «Personen ohne Smartphone können die App auf dem Computer nutzen», so Burth. Wer keine digitalen Briefe empfangen möchte oder kann, erhält sie gedruckt an die Postadresse zugestellt. Versender erhalten eine Benachrichtigung, ob der Empfänger den Brief digital oder nicht erhielt. Die meisten Briefe werden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen gescannt; manuelle Bearbeitung ist bei mit Bostitch zusammengehaltenen Briefen nötig.
Gesamte Post digital erhalten? Ein Abonnement für 9,90 Franken monatlich ermöglicht das Scannen der gesamten Briefpost.
Zusätzliche Funktionen und rechtliche Aspekte: Es besteht die Option einer Abrufbestätigung beim digitalen Brief. Der Versender wird informiert, ob der Empfänger den Brief geöffnet hat, und nach sieben Tagen erhält er eine Nicht-Abholbestätigung, wenn dies nicht geschehen ist. Die Beweiskraft solcher Bestätigungen ist ähnlich dem physischen Einschreiben, jedoch noch nicht rechtlich festgelegt.
Kostentragung für physische Zustellung? Nicole Burth erklärt, dass es keine spezifischen Vorschriften gibt. Ob Druckkosten an den Empfänger weitergegeben werden, hängt von der Beziehung zwischen Sender und Empfänger ab.