Der illegale Handel mit leistungssteigernden Substanzen zum Muskelaufbau erlebt einen starken Aufschwung. Laut Swiss Sport Integrity, dem Schweizer Kompetenzzentrum für Dopingbekämpfung, stieg die Zahl der sichergestellten Produkte, die als ‚Wundermittel‘ vermarktet werden, im Jahr 2025 erheblich an. Obwohl Sendungen mit dem Steroidhormon DHEA rückläufig sind, trugen andere riskante und verbotene Substanzen wie SARMs (selektive Androgenrezeptor-Modulatoren) zu einem Anstieg auf 1282 sichergestellte Mittel bei (2024 waren es 1106). Neben den Sicherstellungen nahmen auch die daraus resultierenden Dopingsperren zu.
Diese ‚Wundermittel‘ umfassen eine Vielfalt an Produkten, die behaupten, den Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen und einen idealen Körper zu versprechen. Swiss Sport Integrity weist darauf hin, dass es sich bei vielen dieser Substanzen um wenig erforschte und gefährliche Stoffe handelt. Insbesondere SARMs, synthetische Verbindungen mit testosteronähnlichen Effekten, sowie Ibutamoren, das den Körper dazu anregt, mehr Wachstumshormone zu produzieren, sind problematisch.
Diese Substanzen stehen auf der Dopingliste und bergen ein hohes Risiko schwerer Nebenwirkungen. Oftmals bestehen die Konsumenten dieser Produkte aus jungen Männern. Ein verdeckter Ermittler von Swiss Sport Integrity berichtete in einem Interview mit RTS, dass viele Jugendliche unter 18 diese Substanzen in Tablettenform per Post aus dem Ausland bestellen. Der ehemalige Polizist, der anonym bleiben möchte, bezeichnete das als Massenerscheinung.
Als Ursache für den Boom wird die Vermarktung durch Social Media identifiziert. Videos verbreiten sich viral und erzielen somit eine große Reichweite, was laut dem Ermittler ein Grund für die häufige Bestellung dieser Produkte ist. Viele Konsumenten streben nach einem muskulöseren Aussehen. Ernst König, Direktor von Swiss Sport Integrity, berichtet von einem jungen Fußballspieler, der Dopingmittel importierte, nicht um im Spiel besser zu sein, sondern um in sozialen Medien ein stärkeres Erscheinungsbild zu präsentieren.