Die «Financial Times» berichtet nach Recherchen, dass der Iran im Geheimen im Jahr 2024 einen hochauflösenden Satelliten von dem chinesischen Unternehmen Earth Eye Co. erworben hat, um amerikanische Militärbasen anzugreifen. Überwiegend erfolgt der Verkauf über private Firmen, doch es ist wahrscheinlich, dass die chinesische Regierung zumindest Kenntnis davon hatte.
Iran nutzt den Satelliten TEE-01B bereits für Zielerkennung und Angriffsplanungen. Die iranische Weltraumabteilung der Revolutionswächter hat Zugriff auf dieses Gerät, das im Orbit ist, wodurch sie sofortige Einsätze ermöglicht und Risiken bei Starten vermeidet.
Iran profitiert zusätzlich von der Möglichkeit, die Bodeninfrastruktur von Emposat zu nutzen – einem Unternehmen mit behaupteten Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee. Ein US-amerikanischer Repräsentantenhaus-Ausschuss wirft diesen Beziehungen vor, strategische Interessen Chinas zu unterstützen.
Earth Eye Co. gibt auf seiner Website an, erfolgreich einen Satelliten in den Orbit gebracht zu haben, der einem Land verkauft wurde, das Teil der Belt-and-Road-Initiative (BRI) ist – ein Projekt, dem Iran seit 2016 angehört. China kontrolliert den Export von strategischen Technologien streng, weshalb die Unterstützung des Verkaufs durch staatliche Stellen wahrscheinlich ist.
Dass chinesische Technologie für Angriffe auf US-Basen in arabischen Ländern eingesetzt wird, könnte diplomatische Spannungen mit Golfstaaten wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erzeugen, die enge Handelsbeziehungen zu China pflegen. Die Unterstützung Teherans durch Peking könnte daher als geopolitische Herausforderung wahrgenommen werden.