Nach dem Weggang von Sebastian Kehl hat Borussia Dortmund am darauffolgenden Tag Ole Book, einen Sportdirektor vom Zweitligisten Elversberg, präsentiert. Trotz sportlicher Erfolge – Tabellenplatz zwei in der Bundesliga und lediglich zwei Niederlagen – herrscht im Verein Unruhe. Der Abgang Kehls, eine Schlüsselfigur beim BVB seit zwanzig Jahren als Spieler und Funktionär, kam überraschend nach dem Ausscheiden in der Champions League gegen Atalanta Bergamo.
Book, dessen Name ebenso wie seine Berufung aus der zweiten Liga für viele überraschend sein dürfte – andere Kandidaten wie Markus Krösche wurden gehandelt – hat nun die Aufgabe, den künftigen Weg des Klubs zu gestalten. Die Machtverhältnisse haben sich im Verein verschoben: Hans-Joachim Watzke fungiert als Präsident ohne Einfluss auf das Tagesgeschäft, während Carsten Kramer für diesen Bereich verantwortlich ist.
Der Zeitpunkt des Personalwechsels überrascht einige. Die Beziehungen zwischen den Beteiligten waren bekanntermaßen nicht immer harmonisch, und Lars Ricken, Geschäftsführer Sport, ist ebenfalls kein unumstrittener Akteur im Klub. Für die neue Führung steht viel auf dem Spiel: Es gilt, bessere Ergebnisse als unter Kehl zu erzielen.
Die aktuelle Ruhephase könnte günstig sein für Buchs Planungen. Borussia Dortmund will sich womöglich wieder verstärkt der Ausbildung junger Talente widmen – ein Ansatz, der in der Vergangenheit mit Spielern wie Ousmane Dembélé und Erling Haaland Erfolg hatte, aber kürzlich an Grenzen stieß.
Die Entscheidung für Book könnte auf einen Neuanfang hindeuten: eine Rückkehr zu einem Modell, das junge Spieler entwickelt, um sie profitabel weiterzuverkaufen. Ob der BVB damit dem sogenannten Dortmunder Fluch entflieht – ein bisschen zu gut für die Konkurrenz, aber nicht stark genug, um den FC Bayern herauszufordern – bleibt abzuwarten.