Im zehnten aufeinanderfolgenden Play-off-Spiel musste sich der EV Zug dem HC Davos geschlagen geben, ohne ein Tor zu erzielen. Das Schweigen auf dem Eis könnte teilweise durch die Inaktivität von Dominik Kubalik bedingt sein, dem Torschützenkönig des Vorjahres, der vom Trainer Benoît Groulx zur Tribüne verbannt wurde.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit scheiterte Livio Truog, ein Leihspieler aus der Swiss League, an einem Torerfolg. Simon Knak nutzte die Gelegenheit für Davos eiskalt aus. Im oberen Bereich des Stadions, in Hemd und Anzug gekleidet, beobachtete Kubalik das Geschehen mit einer Flasche Rhäzünser in der Hand und äußerte laut: “Wollt ihr mich eigentlich verarschen?”
Kubalik drückte damit seinen Frust über die Situation aus – sowohl über den Verlauf des Spiels als auch seine persönliche Rolle. Der 30-Jährige, Torschützenkönig der Saison 2024/25 bei Ambri-Piotta und in dieser Spielzeit mit 22 Treffern für Zug erfolgreich, wurde nach dem Auftaktspiel vom kanadischen Trainer Groulx auf die Tribüne verbannt. Obwohl niemand seinen Entscheid bezweifelte, kamen Zweifel an der Strategie auf.
Groulx verteidigte seine Wahl und erklärte sie als eigenständigen Entschluss. Kubalik jedoch, trotz seiner Trefferquote, wurde durch die in dieser Saison schwächelnden tschechischen Stürmer Jan Kovar und Daniel Vozenileka ersetzt.
Die EVZ-Spieler erspielten viele Chancen gegen den Davoser Torhüter Sandro Aeschlimann, konnten jedoch nicht punkten. Man fragte sich unweigerlich, wie es wäre mit einem Torschützen wie Kubalik auf dem Eis. Groulx’ Entscheidung erinnerte an eine ähnliche Situation im Jahr 2013, als ein Topscorer in einer entscheidenden Partie für einen älteren Spieler gemacht wurde.
Die Zuger befinden sich in einer kritischen Lage. Die Parallelen zum Vorjahr sind offensichtlich: Auch damals schied das Team gegen Davos aus dem Viertelfinale aus. Am Ende der Serie zeigten die Zuger Frustreaktionen, darunter ein schwerer Foul von Vozenilek.
Der Trainerwechsel im Januar brachte kaum Veränderung. Groulx, ohne Erfahrung im Schweizer Eishockey, wurde als Neuanfang präsentiert, aber die Herausforderungen bleiben bestehen. Die Organisation muss viel aufarbeiten und hatte 2025 bereits eine kostspielige Kaderumstrukturierung vorgenommen.
Eine gewonnene Partie hätte Groulxs Entscheidung gelobt, doch ohne Sieg bleibt der Erfolg fraglich. Es wird vermutet, dass die EVZ-Saison bald enden könnte. Doch der Frauenfußball des Klubs steht kurz vor einem Triumph: Das Team führt im Play-off-Final und hat bereits eine beeindruckende Saison hinter sich.
Die Trainerin Daniela Diaz, ehemalige Nationaltrainerin, weiß um die Bedeutung von Experimenten in den Play-offs. Währenddessen beobachtete man am Sonntag im Stadion unterschiedliche Ansichten über die Entscheidungen des EVZ.