In der Nacht zum Sonntag konnte ein 12 bis 15 Meter langer Wal, nach einem Anstieg des Wasserstands, zunächst von einer Sandbank bei der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht schwimmen. Doch bereits wenig später blieb er erneut an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle nahe seiner vorigen Position stecken, nur gelegentlich spritzte er Wasserfontänen in die Luft.
Claus Tantzen von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium äußerte Unsicherheit über die Gewässerflache und damit einhergehende Risiken einer weiteren Strandung. Erst am Freitag war der Wal nach seiner ersten Strandung bei Timmendorfer Strand wieder frei geschwommen.
Umweltminister Till Backhaus betonte, dass man den Wal in Ruhe lassen wolle, um ihm eine Chance zur Selbstrettung zu geben. Der Minister berichtete jedoch von einem Rückgang des Walrufs und bestätigte einen schlechten Gesundheitszustand: “Es geht ihm schlecht.” Um das Tier nicht weiter zu stören, wurde ein Sperrgebiet mit einem Radius von 500 Metern um den Wal eingerichtet.
Burkard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund beschrieb die Lage als “Leibaufsetzen”. Der Direktor merkte an, dass der Wal sich zwar befreien könnte, aber keinen Versuch dazu unternähme. Er erwähnte einen erwarteten Rückgang des Wasserstands von rund 40 Zentimetern bis Montagnacht, was die Situation weiter verschlechtern könnte.
Der Meeressäuger war am Montagmorgen (23. März) auf einer Sandbank bei Timmendorfer Strand gesichtet worden und hatte sich selbst befreit, nachdem eine Rinne per Bagger geschaffen wurde.
Stephanie Gross vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover betonte, dass wissenschaftlich keine Hinweise darauf existieren, dass Buckelwale zum Sterben an die Küsten kommen. Sie fügte hinzu, dass solche Ereignisse sonst weltweit häufiger vorkommen würden.
Der Ernährungszustand des Wals sei gut; er könne wochenlang ohne Nahrung auskommen. Nach der Rettung am Freitag schwamm der Wal in Richtung Mecklenburg, strandete jedoch später wieder in der Wismarbucht südlich von Walfisch. Aufgrund seiner stark erkrankten Haut konnte kein Sender angebracht werden.
Das Erscheinen des Wals vor Timmendorfer Strand ist nach wie vor unklar. Obwohl Buckelwale nicht in der Ostsee heimisch sind, könnten sie auf Nahrungssuche oder durch Unterwasserlärm dorthin gelangen.