Vor über drei Jahrzehnten entschied sich der Kanton Solothurn, seine Staatsbank abzuwickeln, was die Maxime ‘lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende’ bekräftigte. Am 4. Dezember 1994 stimmte das Volk überdeutlich für die Privatisierung der Solothurner Kantonalbank – eine Entscheidung, die den Kanton zum ersten Schweizer Kanton ohne eigene Kantonalbank machte.
Wie kam es dazu? Schon in den mittleren 1970er-Jahren wurden die Reserven der Bank als minimal eingestuft. Die Geschäftsprüfungskommission des Kantonsrates mahnte bereits 1986, dass die Bank ihre Reserven erhöhen müsse. Finanzielle Turbulenzen verstärkten sich durch kreative Immobilienbewertungen, Transaktionen mit dem Betrüger Werner K. Rey und die riskante Übernahme der maroden Bank in Kriegstetten 1992.
Die Sanierung hätte den Steuerzahlenden zwischen 700 und 800 Millionen Franken gekostet. Kurzfristig kam der Kanton auf 400 Millionen, bevor die Bank an den Schweizerischen Bankverein verkauft wurde.
Vielleicht war es ein Ende mit Schrecken? Jedenfalls sind Solothurnerinnen und Solothurner heute nicht mehr in Gefahr, eine Bank mit Steuergeldern zu retten. Der Blick auf Nachbarkantone wie den Aargau, der 130 Millionen Franken von seiner Kantonalbank erhielt, tut jedoch weh. Seit rund drei Jahrzehnten gibt es keine solche Einnahmequelle für Solothurn.
Der Gedanke einer Neugründung kommt gelegentlich auf, so Finanzdirektor Peter Hodel (FDP), wird aber nur informell diskutiert und nicht politisch gefordert. Der Schmerz des Bankdebakels bleibt präsent. Markus Boss von der Regiobank betont die Risiken im Bankgeschäft: eine Kantonalbank könnte nicht nur keine Dividende ausschütten, sondern das gesamte Kapital könnte verloren gehen.
SP-Kantonsrat Simon Bürki sieht keinen Bedarf für eine neue Solothurner Staatsbank. Historisch hätten Kantonalbanken günstige Finanzdienstleistungen innerhalb eines Kantons sichern sollen, doch dies sei heute nicht mehr notwendig. Sollte es dennoch zu einer Neugründung kommen, würde sie etwa zwei Milliarden Franken kosten – ein schrecklich hoher Betrag.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 26.3.2026, 17:30 Uhr