Eine Ausstellung beleuchtet, wie der Zürichsee die Menschen geprägt hat und warum er heute geschätzt wird. Was bedeuten Begriffe wie «Seebueb» oder «Seemeitli»? Diese Bezeichnungen haben im Lauf der Zeit eine Wandlung durchlaufen: War «Seebueb» einst ein Schimpfwort für die nötigen, aber ungeliebten Arbeitskräfte an den Seeufern, ist es heute ein Stolz, so genannt zu werden. Ähnlich wie das Wort «Tschingg» in den 1960er Jahren oder «Jugos» nach den Jugoslawien-Kriegen diente es der Abgrenzung zwischen Stadt und Land. Im 18. und 19. Jahrhundert versuchten die wohlhabenden Bürger von Zürich, ihre Macht über die sogenannten Seebuebe zu demonstrieren.
Ein bedeutendes Ereignis war der Aufstand im Frühling 1804, als Landbewohner das Schloss Wädenswil angriffen und sich anschließend im Gefecht auf dem Bocken-Gut behaupteten. Trotz des tragischen Ausgangs für die Anführer symbolisiert dieser sogenannte Bockenkrieg den Konflikt zwischen Stadt und Land.
Die Zeiten haben sich geändert: Früher Untertanen, sind die Seebuben heute stolz auf ihren See. Eine Ausstellung in Wädenswil zeigt eindrucksvoll die Beziehung der Menschen zu ihrem See, mit Exponaten wie Wasserflaschen und alten Fotos von Seegfrörmigkeiten.
Der Zürichsee ist für viele mehr als nur ein Gewässer: Er liefert Trinkwasser, bietet Freizeitaktivitäten und hat eine reiche Geschichte. Diese wird in der Ausstellung «Seemeitli und Seebuebe? Am, im, unter Wasser» in der Kulturgarage, Florhofstrasse 15, präsentiert, die bis zum 26. April geöffnet ist.
Ein zentrales Exponat ist ein Stehruderboot aus den 1930er Jahren, das nun von einer Stiftung zur Verfügung gestellt wird und Interesse bei potenziellen Käufern weckt. Christoph Blocher, der sich 1987 als «Seebueb» bezeichnete, ist ebenfalls Teil der Ausstellung, obwohl er nicht gewählt wurde.
Die Schau beleuchtet auch die Umweltprobleme des Sees: Bis in die 1960er Jahre wurden Abwässer ungefiltert eingeleitet. Erst nach hartem Widerstand entstand eine moderne Kläranlage, deren Geschichte in einem Raum namens Latrine dargestellt wird.
Die Ausstellung erzählt Geschichten von Tauchpionieren bis hin zu unter Wasser ausgesetzten Krokodilen und zeigt die vielfältige Beziehung der Menschen zum Zürichsee auf.