Nach sieben Wochen im Konflikt mit dem Iran sind die militärischen Erfolge für Israel und die USA begrenzt. Nun sollten Verhandlungen mit Teheran in Betracht gezogen werden, um eine Lösung herbeizuführen.
Zehn Tage nach Kriegsbeginn verkündete Donald Trump, dass der Konflikt «sehr bald» zu Ende gehen werde. Er schätzte die Dauer auf zwei Wochen oder etwas länger ein. Trotz seiner Prognosen im März und April zeigte sich, dass militärische Mittel allein nicht ausreichen, um das iranische Regime zu destabilisieren.
Anfangs schien es so: Am ersten Kriegstag führten Israel und die USA einen gezielten Angriff durch, der den Revolutionsführer Ali Khamenei traf. Dutzende weitere führende Persönlichkeiten verloren ebenfalls ihr Leben. Trotz dieser schweren Schläge blieb das Regime stabil: Der getötete Führer wurde rasch von seinem Sohn ersetzt.
In den folgenden Wochen fielen zahlreiche iranische Politiker und Militärs, darunter auch der Chefstratege Ali Larijani. Die iranischen Behörden hatten jedoch vorgesorgt: Für jede Führungsposition gab es vier Nachfolger, wodurch Hardliner zunehmend an die Macht kamen.
Obwohl Irans Militär geschwächt ist und wichtige Infrastrukturen zerstört wurden, gelang es ihm, Gegner mit Drohnen- und Raketenangriffen zu attackieren. Diese Angriffe belasten vor allem die Golfstaaten wirtschaftlich erheblich.
Die Blockade der Strasse von Hormuz hat weltweit Auswirkungen: Die Philippinen haben einen Energie-Notstand ausgerufen, Neuseeland ein Warnsystem für Treibstoff eingeführt und Chile reagierte mit staatlichen Entlastungsmaßnahmen. Bei Fortsetzung des Krieges wird die Krise weiter eskalieren.
Am Donnerstag drohte der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth, Irans Energieinfrastruktur anzugreifen, falls der Waffenstillstand gebrochen würde – eine Maßnahme, die nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen angesehen werden könnte. Dies verdeutlicht, dass ein militärischer Sieg gegen Iran unrealistisch ist.
Israel und die USA sollten daher diplomatische Gespräche mit dem Iran anstreben. Eine Einigung erfordert jedoch Zugeständnisse von beiden Seiten, was das Risiko birgt, ihre Anhänger zu enttäuschen. Doch eine solche Annäherung könnte Trump sowie den iranischen Führungskreisen aus ihrer Sackgasse helfen.
Iran müsste seine Urananreicherung aufgeben und sein Raketenprogramm einschränken, um den Konflikt zu entschärfen. Dies würde die internationale Akzeptanz Irans verbessern und der Wirtschaft zugutekommen. Die USA sollten ihrerseits Sanktionserleichterungen in Betracht ziehen, da diese Iran stark isolieren und seiner Bevölkerung schaden.
Ein zentraler Bestandteil einer Einigung wäre die uneingeschränkte Öffnung der Strasse von Hormuz. Die internationale Schifffahrt sollte ungehindert durch dieses Gewässer verkehren dürfen, wie es das Völkerrecht vorsieht.
Beide Seiten müssten Kompromisse eingehen. Ein Beispiel für eine Annäherung zwischen Erzfeinden ist die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Saudiarabien und Iran 2023, was die Spannungen in der Region verringerte.
Ein länger andauernder Krieg gegen den Iran hätte weltweite wirtschaftliche Folgen. Trumps innenpolitisches Interesse am Ende des Konflikts ist daher groß, da sein Versprechen eines schnellen Sieges bislang unerfüllt bleibt.