Der geplante Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX könnte den Aktienmarkt revolutionieren und mehr Tech-Unternehmen an die Börse ziehen. Lange Zeit hatten viele Startups das Interesse am IPO verloren, was Kleinanlegern schadete.
Elon Musk stieg durch Tesla zum Multimilliardär auf; seine 16-prozentige Beteiligung ist derzeit über 170 Milliarden Dollar wert. Mit SpaceX könnte er sein Vermögen massiv steigern: Bei einer Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar würde Musk zum ersten Dollarbillionär werden, da sein Anteil an SpaceX bei rund 40 Prozent liegt.
Der bevorstehende Börsengang verspricht ein markantes Ereignis zu werden und könnte den bisher größten IPO übertrumpfen – den von Saudi Aramco im Jahr 2019. Auch Open AI und Anthropic, führende KI-Plattformen, bereiten sich auf einen Börsengang vor und könnten zusammen mit SpaceX einen Marktwert von über drei Billionen Dollar erreichen.
Zum Vergleich: Nvidia ist aktuell das wertvollste Unternehmen an der Börse mit 4,6 Billionen Dollar Kapitalisierung. Apple und Alphabet folgen knapp dahinter mit jeweils 3,8 Billionen Dollar.
Diese Platzhirsche erarbeiteten sich ihren Status über Jahrzehnte hinweg. Apple ging bereits 1980 an die Börse, Nvidia folgte 1999, und Google (heute Alphabet) tat es ihnen 2004 gleich.
Auch wenn Investoren Vorschusslorbeeren meist vermeiden, zeigen die hohen Erwartungen an SpaceX, Open AI und Anthropic das große Interesse der Anleger an privater Raumfahrt und KI.
Dennoch könnten einige ehrgeizige Pläne scheitern; das Geschäftsmodell der KI-Spezialisten ist noch wenig erprobt. Die geplanten IPOs könnten den US-Aktienmärkten eine dringend benötigte Erfrischung bringen, da die Anzahl gelisteter Firmen in den letzten drei Jahrzehnten um über ein Drittel gesunken ist.
Auch in der Schweiz schrumpft die Liste neuer Börseneintritte. Seit 2015 gab es an der SIX Swiss Exchange 52 Neuzugänge und 77 Dekotierungen. Dies beraubt Anleger der Möglichkeit, mit kleinen Beträgen in innovative Geschäftsmodelle zu investieren – ein besonderes Problem im Technologiesektor.
Viele Startups bevorzugen den Verkauf an größere Konkurrenten gegenüber einem IPO, was rasche Millionengewinne verspricht. Dies gilt auch für Schweizer Unternehmen aus Bereichen wie Robotik und Biotechnologie, die von reichlich verfügbarem Wagniskapital profitieren.
Der Rückgang der Börseneintritte steht im Zusammenhang mit dem Aufstieg privater Kapitalmärkte; mehr als 30.000 Firmen weltweit sind in Private-Equity-Besitz.
Private Equity-Gesellschaften investieren zunehmend in die Entwicklung ihrer Portfoliounternehmen und halten diese durchschnittlich fünf bis sieben Jahre.
Doch Tech-Unternehmer ziehen oft eine privat finanzierte Existenz der Pflicht zur Transparenz eines Börsengangs vor. Dabei werden die Nachteile einer Kotierung manchmal übertrieben dargestellt; regelmäßige Berichtspflichten fördern Vertrauen bei Investoren und Stakeholdern.
Häufig wird als IPO-Hindernis gestiegene Regulierung genannt, insbesondere die strengeren Vorschriften nach dem Enron-Skandal. Die SEC plant nun eine Lockerung der Nachhaltigkeitsberichterstattung, was Börsengänge attraktiver machen könnte.
Die hohen Bewertungen von SpaceX, Open AI und Anthropic werfen Fragen auf: Nutzen sie auch Kleinanlegern oder dienen sie nur den Gründern? Erfolgreiche IPOs könnten der Aktienbörse neues Ansehen verleihen und Schweizer Tech-Unternehmer zum Börsengang bewegen.