In den Vereinigten Staaten steigen die Verkäufe von Sauerkraut deutlich, nachdem Robert F. Kennedy Jr., der umstrittene Gesundheitsminister unter Donald Trump, die Vorteile fermentierter Lebensmittel hervorgehoben hat. In einem kürzlichen Auftritt in einem Lifestyle-Podcast beschrieb Kennedy seine strenge Ernährungsweise, die überwiegend aus Fleisch und Fermentationsprodukten wie Sauerkraut und Kimchi besteht.
In einer weiteren Radiosendung erwähnte Kennedys Ehefrau, dass ihr Mann sogar sein selbstgemachtes Sauerkraut in Restaurants mit sich führe. Diese mediale Aufmerksamkeit scheint bereits bei deutschen Herstellern Anklang gefunden zu haben. Aymeric de La Fouchardière, Geschäftsführer des Marktführers Hengstenberg aus Esslingen, berichtet von einem signifikanten Anstieg der Nachfrage und Preise: “Ohne eigene Marketinganstrengungen sehen wir eine deutliche Zunahme”, so seine Aussage gegenüber RTS.
Angesichts des wachsenden Interesses an fermentierten Produkten nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, plant Hengstenberg strategische Anpassungen. Dazu gehört der Einstieg in die Kimchi-Produktion und eine Überarbeitung der Verpackungsdesigns für jüngere Zielgruppen. Das Unternehmen will seine Präsenz auf dem amerikanischen Markt ausbauen, der derzeit rund 13 Milliarden Dollar umfasst und bis 2030 voraussichtlich auf 17 Milliarden anwachsen könnte.
“Wir haben bereits mit dem Anbau für die Saison begonnen. Alle unsere Kohlköpfe, sowohl weiss als auch rot, stammen aus Deutschland”, erklärte der Geschäftsführer. Man arbeite zudem an neuen Exportkonzepten in die USA. Trotz des positiven Images von Sauerkraut im Hinblick auf das Mikrobiom warnen Ernährungsexperten Anfänger vor übermäßigem Verzehr.
RTS, «La Matinale», 30.4.2026, 6:32 Uhr