Nach zwölf Jahren im Amt gab Carmen Walker Späh, die Volkswirtschaftsdirektorin und FDP-Regierungsrätin, am Freitag ihren Rückzug bekannt. Die Zukunft der FDP-Kandidatur bleibt ungewiss: Ob sie ein Zweierticket aufstellen wird, ist noch nicht entschieden, ebenso wie die potenziellen Kandidaten.
Mit dem Ausscheiden von Walker Späh verliert die FDP einen ihrer zwei Sitze im Zürcher Regierungsrat. Trotz eines Wähleranteils von 15 Prozent und einer früheren Präsenz mit zwei Sitzen, scheint eine Rückkehr auf den zweiten Sitz schwierig.
Nationalrat Andri Silberschmidt hat Interesse an einer Kandidatur bekundet. Parteipräsident Filippo Leutenegger erwähnte die Möglichkeit einer Doppelkandidatur, wobei letztlich die Findungskommission und die Delegiertenversammlung entscheiden werden.
Für ein solches Ticket sucht die FDP Personen mit politischer Erfahrung auf Exekutivebene oder Bundesebene sowie wirtschaftlichem Hintergrund. Bekanntheit spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Bislang lehnen mehrere bekannte Persönlichkeiten ab, darunter Bettina Balmer aus beruflichen Gründen und Regine Sauter. Beat Walti sieht seine Arbeit als Rechtsanwalt und parlamentarische Tätigkeit als ausreichend. Kantonsratspräsident Beat Habegger betont die Vorteile nationaler Bekanntheit, während Fraktionschef Claudio Zihlmann sich auf seine aktuellen Aufgaben konzentrieren möchte.
Michael Biber und Angie Romero schließen eine Kandidatur ebenfalls aus: Erstere wegen beruflicher Gründe, Letztere wegen familiärer Verpflichtungen. Sonja Rueff-Frenkel, Raffaela Fehr, Matthias Müller sowie Phyllis Scholl und Fabienne Farner haben ebenfalls abgesagt.
Përparim Avdili legt den Vortritt anderen überlassen, Markus Ernst will sich auf seine Gemeindepräsidentschaft konzentrieren. Auch Stefan Brupbacher von Swissmem betont die Zufriedenheit mit seinem aktuellen Amt.
Trotz der vielen Absagen bleibt ein Zweierticket für die FDP eine Option. Kantonsrätin Sarah Fuchs und Yasmine Bourgeois haben sich vorsichtig verfügbar gemacht, während Mario Senn Exekutivfunktionen grundsätzlich interessant findet, aber den richtigen Zeitpunkt abwarten möchte.
Die Findungskommission wird nun einen Vorschlag ausarbeiten, der vom Vorstand geprüft und bei der Delegiertenversammlung im Juni vorgestellt werden soll. Bislang sind mehrere Sitze in der Regierung frei: Jacqueline Fehr (SP), Ernst Stocker (SVP) sowie Carmen Walker Späh haben ihren Abgang angekündigt, während Natalie Rickli (SVP) und Martin Neukom (Grüne) wahrscheinlich antreten werden. Silvia Steiner (Mitte) und Mario Fehr (parteilos) haben ihre Pläne noch nicht verkündet. Die Wahlen sind für den 4. April 2027 angesetzt.