Der Eiskunstläufer Ilia Malinin hat bei den Weltmeisterschaften in Tschechien beeindruckend zurückgefunden. Nach einem perfekten Kurzprogramm, das seine persönliche Bestleistung markierte, steht er vor der Herausforderung der Kür am Samstag. Fans jubeln ihm zu und vergessen die Enttäuschungen von den Olympischen Spielen in Mailand, als er vom ersten Platz abstürzte.
Als die Arena mit Applaus und Gesängen erfüllt wird, zeigt Malinin sein Comeback. Er wirkt gereift und konzentriert, eine deutliche Veränderung nach dem Rückschlag bei der Kür vor sechs Wochen. Seine Olympiadebacle war ein Schock: von Platz 1 auf 15 zurückgefallen, insgesamt Achter.
In Tschechien bewies Malinin, dass er über das Drama in Italien hinausgewachsen ist. In einem Interview mit der “Washington Post” beschrieb er sich selbst als zerstört nach seiner verpatzten Kür. Doch hier zeigt er seine Resilienz: Mit einer Punktzahl von 111,29 und einem Vorsprung von zehn Punkten vor Adam Siao Him Fa beweist er seinen Status als Superstar.
Er gilt als “Quad God”, ein Meister der schwierigen Vierfachsprünge. Sein Ziel: auch als Künstler überzeugen. Malinin, dessen Eltern aus dem sowjetischen Eiskunstlauf stammen und in die USA auswanderten, hat seine Karriere früh auf Eisbahnen begonnen. Mit fünfzehn erkannte er das Potenzial einer sportlichen Zukunft.
Seine Rekorde sind eindrucksvoll: als Erster einen Vierfach-Axel perfekt gemacht und später sieben Vierfache in einem Programm gezeigt. Doch Italien machte ihn nachdenklich über die Rolle der Angst im Sport. Die Zeit danach war von harter Arbeit an seiner Psyche geprägt.
Nach seinem Kurzprogramm strahlte Malinin erleichtert und seine Technik beeindruckte: Vierfach-Flip, Dreifach-Axel und eine spektakuläre Kombination aus Lutz und Toeloop brachten ihm hohe Bewertungen ein. Sein Rückwärtssalto und der “Raspberry-Twist” zeigten seine kreative Seite.
Als er zu den Beats von 2Wei, Joznez, Kataem tanzte, war klar: Er wird an diesem Tag nicht mehr eingeholt. Prag ist begeistert, doch die Frage bleibt: Kann Malinin am Samstag bei der Kür wieder überzeugen?