In einer enttäuschenden Partie unterlag der FC Grasshoppers dem FC Sion mit 0:4, ein Ergebnis, das die schwierige Lage des Vereins unterstreicht. Trainerwechsel hatten keinen Einfluss auf die Misere – Alain Sutter ist weiterhin von seinen ursprünglichen Plänen entfernt denn je.
Vor dem Spiel gegen den FC Sion hatte Sutter in einem TV-Interview betont, keine Versprechen abzugeben. Auf die Frage nach Gernot Messners Zukunft im Falle eines Debakels ähnlich des 0:5 vor zwei Wochen gegen Servette antwortete er: «Unsere Absicht ist es, mit dem Trainer die Saison zu Ende zu führen, obwohl die Lage schwierig ist und alle im Klub sich dessen bewusst sind.»
Bereits nach drei Minuten musste Sutter das 1:0 der Walliser hinnehmen, die letztendlich einen deutlichen 4:0-Sieg einfuhren. Die Defensive von GC erwies sich als anfällig – nur einmal war Sittens Torhüter gegen einen abgefälschten Schuss gefordert. Vom defensiven Ansatz Messners, den er in den letzten zwei Wochen vorangetrieben hatte, war nichts zu erkennen.
GC kassierte in den ersten beiden Spielen unter Messner neun Gegentore und insgesamt 14 Tore in den letzten drei Spielen. Die Enttäuschung spiegelte sich auch bei den Fans wider: Vor dem Abpfiff zogen sie ihre Banner ein und verließen die Tribünen. Sutter kommentierte nach der Partie, dass GC gegen Winterthur am Samstag kaum Chancen habe.
Seit elf Monaten ist Alain Sutter als Sportchef tätig, kam mit großen Ambitionen und dem Versprechen, für den Verein ein «Leuchtturm» zu sein. Seine Zwischenbilanz fällt jedoch ernüchternd aus: GC droht erneut der Abstieg, wie schon vor seiner Amtszeit.
Damals rettete sich das Team unter Trainer Tomas Oral nach 32 Spielen in die Barrage – mit nur einem Punkt Vorsprung. Jetzt hält GC bei 24 Punkten und ist lediglich fünf Zähler von Winterthur entfernt, dem Tabellenletzten.
Sutter kam als erfolgreicher Sportchef des FC St. Gallen zu GC. Doch bereits im Januar 2024 wurde er dort entlassen, nach Diskussionen über seine Unnachgiebigkeit gegenüber Veränderungen in der Klubstruktur, die Unabhängigkeit vom Einfluss einzelner Personen schaffen sollten.
Während Sutter in St. Gallen mit starken Persönlichkeiten wie Präsident Matthias Hüppi konfrontiert war, scheint bei GC ein produktives Korrektiv kaum vorhanden zu sein. Sutter entscheidet weitgehend nach eigenem Ermessen.
Ein Bauchgefühlentscheid führte zur Entlassung von Trainer Gerald Scheiblehner nach einer Niederlage in Thun, obwohl dieser als Teil eines mehrjährigen Projekts galt. Sutter erklärte öffentlich, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen sei.
Scheiblehners Nachfolger Gernot Messner sprach von einer «Krisensitzung» nach der Niederlage gegen Sion und betonte seine Bereitschaft für die anstehenden Herausforderungen. Trotz theoretischer Möglichkeiten, wie beispielsweise den Gewinn des Cups oder eine Qualifikation zur Europa League, ist die praktische Umsetzung unwahrscheinlich.
Es erscheint wahrscheinlicher, dass GC weiterhin um den Verbleib in der Super League kämpfen muss. Sutter scheint weiter von seinen ursprünglichen Zielen entfernt zu sein.