Die Heim-Europameisterschaft im Sommer 2025 war für die Schweizer Nati ein Triumph, der in ausverkauften Stadien mit Jubel und Tränen der Freude gefeiert wurde. Doch was ist von diesem Erfolg geblieben? Welche Auswirkungen hatte er auf die Spielerinnen und wie gehen sie damit um, dass sie nun häufiger im Alltag erkannt werden? Im Kontext des 400. Nati-Spiels – dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei am 14. April – geben drei Spielerinnen Einblicke in ihre Erfahrungen.
Nadine Riesen machte bereits im ersten Spiel auf sich aufmerksam, indem sie das 1:0 gegen Norwegen erzielte. Obwohl die Nati mit 1:2 verlor, steigerte sich ihr Einsatz bei ihrem Club Eintracht Frankfurt. “Ich bin mir nicht sicher, ob das direkt mit der EM zusammenhängt”, sagt Riesen, “aber wahrscheinlich schon.”
In der Schweiz hat die EM eine enorme Begeisterung ausgelöst und sie wird häufiger erkannt. “Die Leute sind hier sehr sozial und schauen lieber als dass sie mich ansprechen”, merkt Riesen an. “Jedoch freue ich mich über jeden, der auf mich zukommt.”
Auch finanziell hat die EM einen Einfluss gehabt: Vorher hatte sie bereits einige Werbeverträge abgeschlossen. “Ich verdiene immer noch nicht viel”, gibt Riesen zu bedenken. “Es ist schön, wenn Marken auf mich zukommen.”
Sydney Schertenleib war schon vor der EM bekannt, da sie mit 17 Jahren beim FC Barcelona einen Profivertrag unterschrieb. Die Heim-EM machte sie im eigenen Land noch populärer: “Es ist cool, erkannt zu werden”, sagt die 19-Jährige. “Allerdings gehen manche Leute zu weit, wenn sie ohne Erlaubnis anfassen.”
Dies sei jedoch die Ausnahme. Die Heim-EM war ein Highlight ihrer Karriere: “Ein Traum, der in Erfüllung ging”, bekennt Schertenleib. Sie ist dankbar für das Spielrecht in einer starken Generation des Frauenfußballs.
Schertenleib hatte bereits vor der EM viele Werbeverträge abgeschlossen und sieht darin eine Notwendigkeit: “Das ist natürlich schön, besonders für den Frauenfußball.”
Riola Xhemaili erzielte in der 102. Minute das 1:1 gegen Finnland, was die Schweiz ins EM-Viertelfinale brachte – ein historischer Moment. Dieser hat ihr Leben verändert: “Ich werde oft auf der Strasse erkannt und muss nun meine öffentliche Präsenz im Auge behalten”, sagt Xhemaili.
Finanziell profitierte sie von der EM durch zusätzliche Werbedeals. Sie betont, dass das positiv für den Frauenfußball sei: “Wir können uns auch in anderer Hinsicht präsentieren.”
Xhemaili freut sich besonders über die gestiegenen Zuschauerzahlen und das wachsende Interesse an ihren Spielen.
Die WM-Qualifikationsspiele gegen die Türkei sind live auf SRF zu sehen:
Radio SRF 3, 14.4.2026, 8.45 Uhr.