Angesichts einer ständig steigenden Zahl von Studierenden und angespannter finanzpolitischer Bedingungen erscheint eine weitere erhebliche Erhöhung der Hochschulfinanzierung unwahrscheinlich. Die Herausforderung liegt darin, wie man mit begrenzten Mitteln klug umgeht.
Im Sparpaket 2027 hat der Bund die Hochschulen in seine umfassenden Kosteneinsparungsmaßnahmen einbezogen und eine Reduktion von 260 Millionen Franken bei einem jährlichen Bundesbeitrag von 9 Milliarden Franken beschlossen – das sind weniger als drei Prozent. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Frage der Einsparmöglichkeiten in der Hochschulbildung zukünftig wieder politische Bedeutung erlangen könnte.
Es besteht Konsens darüber, dass gut ausgebildete Fachkräfte und ein qualitativ hochwertiges Hochschulsystem für den Wohlstand der Schweiz essenziell sind. Dennoch sollten Hochschulen in Zeiten knapper Ressourcen sich zwei Fragen stellen: Sind die richtigen Dinge im Gange? Und werden sie richtig ausgeführt?
Die Betreuungsverhältnisse an vielen Fachbereichen sind alarmierend schlecht, was das Studium für zukünftige Generationen erschwert. Die letzten 15 Jahre sahen einen Anstieg der Studierendenzahlen um 75.000 auf insgesamt rund 280.000. Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz wird Lehrmethoden grundlegend verändern und die Validierung von Wissen und Fähigkeiten erschweren.
Traditionellerweise flossen mehr staatliche Mittel mit steigenden Studierendenzahlen, weshalb Hochschulen intensiv um neue Studenten werben. Dieser mengenorientierte Ansatz wird in Zukunft infrage gestellt werden müssen: Wie können staatliche Beiträge stärker an der Qualität der Absolventen ausgerichtet und die Selektion der Studienanwärter ermöglicht werden?
KI erfordert nicht nur eine neue Art des Wissensvermittlungs, sondern auch ein intensives Engagement in Betreuung und kritischen Diskurs mit den Studierenden. Die gegenwärtigen Betreuungsverhältnisse erschweren dies jedoch.
Angesichts der finanziellen Einschränkungen wäre es für das Land vorteilhafter, weniger aber qualitativ hochwertige Studierende auszubilden, da Qualität nicht automatisch durch mehr Geld erreicht wird und der Fachkräftemangel nicht allein durch höhere Bildungszahlen gelöst werden kann.
Werner Inderbitzin, ehemaliger Rektor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Mitglied des Schweizerischen Akkreditierungsrates von 2015 bis 2022, betont die Notwendigkeit dieser strategischen Umorientierung.