Mit seinem 70. Geburtstag bleibt Ingemar Stenmark, der Skirennfahrer mit den meisten Weltcup-Siegen, eine präsente Figur in der Sportwelt und inspiriert weiterhin Generationen von Athleten.
Jenen, die sich seit Mitte der Achtziger mit dem Skisport auseinandergesetzt haben, schien Stenmark oft wie ein erfahrener Herr, der dennoch elegant Rennen gewann. Doch in Gesamtwertungen triumphierten andere. Dennoch stand sein Name stets an erster Stelle: 85 Weltcup-Siege, davon 40 im Slalom und 45 im Riesenslalom.
Im Februar 1989 ergänzte er seine Statistik mit dem 86. Sieg in Aspen, nachdem ihm die Kraft für mehr bei den WM-Rennen gefehlt hatte. Kurz vor seinem 33. Geburtstag verabschiedete sich Stenmark vom Ski-Weltcup.
Dennoch setzt sein Vermächtnis Generationen von Skifahrern unter Druck: viele scheiterten am scheinbar Unmöglichen, bis Lindsey Vonn den Versuch wagte und 2019 mit 82 Siegen kurz hinter ihm lag. Doch nach ihrem Comeback fügte sie weitere Siege hinzu, bevor Verletzungen ihr weiteres Streben beendeten.
Stenmarks Herkunftsort Tärnaby, das “Dorf des Schweigens”, symbolisiert seine schweigsame Präsenz. Seine zurückhaltende Art wurde in den Siebzigern und Achtzigern vielfach erwähnt. Nach einer beeindruckenden Karriere äußerte er 1989: “Es war eine sehr schöne Zeit, und ich habe viel erlebt.” Trotz seines Rekordvorsprungs sagte Stenmark später, die Phasen ohne Siege zu genießen.
Die Erwartungshaltung, brillant zu gewinnen, lastete schwer auf ihm. Marcel Hirscher teilte ähnliche Erfahrungen und prognostizierte, dass Mikaela Shiffrin einen neuen Rekord setzen würde – was sie tatsächlich mit 109 Siegen erreichte. Hirscher konnte Stenmarks Weltcup-Rekord nicht brechen.
Trotz seiner Ruhe und Überlegenheit setzte sich Stenmark in zahlreichen Disziplinen an die Spitze: 46 Riesenslalom-Siege, 40 im Slalom und 155 Podestplatzierungen. Seine Siege mit großem Abstand blieben unübertroffen.
Am Weltcup-Final geht es wieder um Rekorde, die Odermatt zu brechen versucht. Doch Stenmarks Rekord von sieben Riesenslalom-Weltcup-Siegen bleibt bestehen, ebenso wie seine Platzierungen unter den ersten beiden zehn Jahre lang.
In Tärnaby bleiben Familienbesuche ruhige Momente, vielleicht mit einem Gedanken an Stenmark. Sein Vermächtnis lebt in der unwahrscheinlichen Intensität seiner Leistungen fort, die Generationen antreiben und herausfordern.