Der britische Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean wurde vermutlich von iranischen Raketen getroffen, was Unruhe in Europa auslöst. Trotz fehlender Schäden offenbart der Vorfall Fähigkeitslücken bei der europäischen Luftverteidigung, die nun geschlossen werden sollen.
Die britische Aussenministerin Yvette Cooper bezeichnete es als “rücksichtslose iranische Drohungen”. Der Minister für Wohnungswesen Steve Reed berichtete, dass eine Rakete abgefangen und die andere abgestürzt sei. Zu den genauen Umständen hält man sich bedeckt; auch der Raketentyp und das exakte Zeitfenster des Angriffs bleiben unklar.
Die USA haben sich nicht offiziell geäussert. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erwähnte lediglich eine Untersuchung, ohne den Vorfall zu bestätigen. Iran dementiert jegliche Beteiligung und spricht von “israelischer Desinformation”.
Israel warnt seit langem vor der globalen Bedrohung durch das iranische Regime und dessen Fähigkeit, Raketen bis nach Europa abzufeuern. Obwohl die europäischen Hauptstädte theoretisch in Reichweite liegen könnten, ist ein direkter Angriff auf Europa eine massive Eskalation.
Europa bleibt bislang unverschont von solchen Angriffen. Die Nato-Staaten haben zwar die iranische Raketenpolitik kritisiert und unterstützen Sicherheitsmassnahmen in der Straße von Hormuz, beteiligen sich aber nicht an den Offensivschlägen Israels oder der USA.
Die Europäer sind mit Systemen wie Aegis Ashore in Rumänien und Polen sowie Patriot-Raketen ausgestattet. Nato-Kommandozentralen in Deutschland überwachen die Raketenabwehr.
Kürzlich hat man eine iranische Rakete abgeschossen, die in den türkischen Luftraum gesteuert wurde, was zu einer erhöhten Alarmbereitschaft führte. Dennoch sind europäische Fähigkeiten nicht ausreichend für einen langanhaltenden Konflikt.
Die European Sky Shield Initiative soll diese Lücken schliessen und die Luftverteidigung der Nato stärken. 23 Staaten haben sich bereits angeschlossen, um gemeinsam gegen diverse Bedrohungen wie ballistische Raketen zu verteidigen.