Im Kanton Luzern wird derzeit diskutiert, wie Schulklassen bei den hohen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel zu Ausflügen unterstützt werden können. Die Regierung plant, zweimal jährlich die Transportkosten für Reisen von Schulen im Drittklässlerniveau bis zur neunten Klasse zu übernehmen. Eine Initiative der SP-Kantonsrätin Sarah Bühler-Häfliger hat diese Diskussion angestoßen.
Lehrer aus abgelegenen Regionen sehen sich mit besonders hohen Reisekosten konfrontiert, was die Durchführung von Klassenfahrten erschwert. Die Regierung erkennt an, dass Schulreisen für die soziale und umweltbezogene Entwicklung der Schüler essenziell sind und will damit auch geografische Ungleichheiten ausgleichen.
Die Kosten für diese Initiative belaufen sich auf 560’000 Franken pro Jahr. Davon übernimmt der Kanton die Hälfte, während die andere Hälfte von den Gemeinden getragen wird. Der Regierungsrat betont die pädagogische Wichtigkeit von Schulreisen und argumentiert, dass sie das theoretische Lernen in praktischen Kontexten vertiefen.
Patrick Pons, Präsident des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands, begrüßt den Vorschlag der Regierung, erinnert jedoch daran, dass jüngere Klassen ebenfalls von einer solchen Unterstützung profitieren könnten. Langfristig strebt der Verband eine Lösung für alle Schulklassen an.
Karin Stadelmann, Präsidentin der Bildungskommission und Mitunterzeichnerin des Postulats, sieht die Kosten als moderat und vertretbar an. Sie betont, dass viele Lehrer aufgrund hoher Transportkosten auf wertvolle Ausflüge verzichten. Die Entscheidung, jüngere Klassen nicht zu berücksichtigen, wird verstanden, da deren Unterrichtsstoff weniger von solchen Fahrten profitiert.
Verwendete Quellen: Postulat “Freie Fahrt für Schulklassen”, Stellungnahme des Regierungsrats, schriftlicher Austausch mit Karin Stadelmann und Patrick Pons.