Sanae Takaichi, Japans Ministerpräsidentin, hat eine gute Verbindung zu Donald Trump aufgebaut. Ihr Besuch im Weißen Haus am Donnerstag war jedoch von Herausforderungen geprägt: Obwohl Japan viel Erdöl aus dem Golf erhält, will es den USA bei der Öffnung der Straße von Hormuz nur eingeschränkt helfen.
Trump lobte Takaichi als eine “sehr spezielle Person” und eine “sehr populäre und mächtige Frau”, was er vor den Medien betonte. Er sei stolz, sie bei ihrem “rekordverdächtigen Wahlsieg” im Februar unterstützt zu haben. Trump unterstrich die starke Beziehung zwischen beiden.
Wie andere Staatsgäste vor ihr lobte auch Takaichi Trump. Sie sprach von einer ernsten Sicherheitslage im Nahen Osten und globalen wirtschaftlichen Rückschlägen, fügte jedoch hinzu: “Ich glaube fest daran, dass nur du, Donald, Frieden in der ganzen Welt erreichen kannst.” Takaichi betonte ihre Bereitschaft, Partner für diese Mission zu mobilisieren.
Sie machte klar, dass Iran niemals Atomwaffen haben dürfe und verurteilte die iranischen Angriffe sowie die faktische Schließung der Meerenge von Hormuz. Sie hatte “konkrete Vorschläge” mitgebracht, um die globalen Energiemärkte zu stabilisieren.
Takaichi erklärte jedoch nicht konkret, wie Japan den USA bei der Öffnung der Meerenge helfen könnte. Trump bat Tokio auch um Kriegsschiffe zum Schutz vor iranischen Angriffen. In einer gemeinsamen Erklärung mit mehreren europäischen Ländern zeigte Japan seine Bereitschaft zu geeigneten Maßnahmen für eine sichere Durchfahrt.
Zufrieden äußerte sich Trump über Takaichi vor einem Mittagessen: “Japan nimmt Verantwortung wahr – im Gegensatz zur Nato.” Er werde mit ihr auch die Entsendung von Minenräumschiffen diskutieren. Japan solle mehr tun, da die USA viel für Japan leisteten, so Trump.
Takaichi schließt ohne Waffenstillstand die Entsendung von Minenräumern aus, doch sie setzt auf US-Hilfe gegen mögliche Bedrohungen durch China. Investitionen in Alaskas Erdölförderung könnten Japans Abhängigkeit vom Nahen Osten verringern.
Trotz Trumps Forderungen wollte er dies nicht als Zeichen der Schwäche verstanden wissen: “Wir brauchen nichts von Japan.” Er behauptete, dass die USA Iran praktisch zerstört hätten und nur noch die Meerenge ein Problem sei. Dennoch bleibt offen, was Takaichi konkret anbieten wird.
Ein japanischer Journalist stellte Trump abschließend eine kritische Frage zur Kommunikation mit den Alliierten vor dem Angriff auf Iran. Trump verglich dies historisch mit Pearl Harbor: “Wer versteht Überraschungen besser als Japan? Warum haben Sie mir nichts gesagt?” Takaichi zeigte sich sichtlich unbehaglich bei dieser Aussage.