25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September bleibt die Erinnerung an diese schockierenden Bilder prägend. Als Joel Meyerowitz in Lower Manhattan Zeuge des Geschehens wurde, fühlte er sich verpflichtet zu handeln und dokumentierte Ground Zero heimlich über neun Monate hinweg. Nach einem Verbot durch die Polizei arbeitete er mit einem Ausweis, der ihm vom Museum of the City of New York ausgestellt wurde, um das wichtigste fotografische Archiv zu 9/11 zusammenzustellen.
Im Sommer 2025 wurde Meyerowitz in Wetzlar bei Leica als “Jesus der Fotografie” gefeiert. Er ist Ehrengast anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der ersten Kleinbildkamera, die die Mobilität der Fotografie revolutionierte. Mit seiner Beweglichkeit und Präzision auf der Bühne hob er hervor, was ihn glücklich macht: das Spiel mit Licht.
Meyerowitz fand zur Fotografie während eines Fotoshootings von Robert Frank im Jahr 1962. Er war damals bei einer Werbeagentur beschäftigt und hatte Kunst studiert, ohne viel über Fotografie zu wissen. Der Anblick von Franks Arbeit öffnete ihm eine neue Welt der visuellen Ausdrucksformen.
Im Alter von 24 Jahren entschied sich Meyerowitz, seine Karriere radikal zu ändern, inspiriert durch das Konzept des Farbfotografiens gegenüber dem damals vorherrschenden Schwarz-Weiss. Er fotografierte dieselben Szenen sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiss, um die expressive Kraft der Farbe zu unterstreichen.
Sechs Jahre nach Beginn seiner fotografischen Laufbahn zeigte das Museum of Modern Art seine Arbeiten in “Photographs from the car”, was John Szarkowski als bahnbrechend empfand. Für Meyerowitz ist Fotografie ständiger Wandel, und er hat sich immer wieder neuen technologischen Herausforderungen gestellt – von den ersten Digitalkameras bis hin zu frühen Versionen von Photoshop.
In Cape Cod experimentierte er mit einer Großformatkamera, was ihn dazu brachte, Menschen als Landschaften wahrzunehmen. Er bleibt offen für Neuerungen und meidet Stillstand bewusst: “How fucking boring”, sagt er über die Fotografie ohne Innovation.
Obwohl KI ihm zu verführerisch erscheint, widmet sich Meyerowitz nun der Reflexion seiner Vergangenheit durch das Scannen von Millionen von Dias und Negativen. Er versucht herauszufinden, inwiefern er immer noch die Person ist, die er einst war.
Bilder zur Verfügung gestellt von Howard Greenberg Gallery.