Der illegale Handel mit leistungssteigernden Substanzen für den Muskelaufbau erlebt einen Boom. Swiss Sport Integrity (SSI), das Schweizer Zentrum zur Dopingbekämpfung, prognostiziert für 2025 eine deutliche Steigerung der sichergestellten Produkte, die als ‹Wundermittel› beworben werden. Während die Sicherstellungen von Sendungen mit dem Steroidhormon DHEA zurückgehen, verzeichnen andere riskante und verbotene Substanzen wie SARMs (selektive Androgenrezeptor-Modulatoren) einen Anstieg auf 1282 sichergestellte Dopingmittel im Jahr 2025, nach 1106 im Vorjahr. Dieser Trend spiegelt sich auch in einer Zunahme der Dopingsperren wider.
Was sind diese «Wundermittel»? Es handelt sich um eine Vielfalt an Produkten, die suggerieren, den Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen und einen perfekten Körper versprechen. Laut SSI handelt es sich oft um wenig erforschte gefährliche Stoffe. Insbesondere werden SARMs erwähnt, synthetische Substanzen mit testosteronähnlichen Wirkungen. Ein weiteres Beispiel ist Ibutamoren, das den Körper zur Ausschüttung von mehr eigenem Wachstumshormon anregt. Diese Stoffe sind gemäß der Dopingliste verboten und bergen ein hohes Risiko für schwere Nebenwirkungen.
Wer kauft diese Produkte? Die Hauptkonsumenten dieser «Wundermittel» sind meist junge Männer. Ein SSI-Ermittler, der in der Sendung «36.9°» von RTS zu Wort kommt und anonym bleiben möchte, berichtet: «Sehr viele Jugendliche unter 18 bestellen solche Substanzen in Tablettenform per Post aus dem Ausland. Das geschieht aktuell reihenweise.» Der Ermittler war früher Polizist.
Welche Gründe gibt es für den Boom? Swiss Sport Integrity führt an, dass diverse Produkte auf Social Media beworben werden – häufig durch virale Videos mit großer Reichweite. «Das ist sicher ein Grund für die hohe Nachfrage», schlussfolgert der SSI-Ermittler. Der Wunsch nach einem muskulöseren Erscheinungsbild treibt viele Konsumenten an: «Uns ist zum Beispiel ein junger Fussballer bekannt, der Dopingmittel importierte. Sein Ziel war nicht die Verbesserung seiner Leistung im Sport, sondern das Aussehen auf Social Media», erläutert Ernst König, Direktor von Swiss Sport Integrity.
Quelle: SRF 1, Puls, 13.4.2026, 21:05 Uhr