Michelle Keller beleuchtet die wachsende Rolle der Künstlichen Intelligenz bei der Erstellung von Steuererklärungen. Während einige Unternehmen versprechen, mühsame Arbeit zu automatisieren, warnt die Zuger Steuerverwaltung vor Vorsicht.
Die Steuererklärung gilt als eine der unbeliebtesten Aufgaben des Jahres. Sie erfordert das Sammeln von Rechnungen und Belegen sowie zahlreiche Überprüfungen. Für Luzernerinnen besteht bis zum 31. März die Möglichkeit, einen Fristverlängerungsantrag zu stellen, während Zugerinnen noch bis zum 30. April Zeit haben.
In diesem Artikel erhalten Sie Tipps von einer Kollegin mit Erfahrung im Steuerwesen.
Immer mehr Anwendungen nutzen KI, um Nutzern beim Ausfüllen der Steuererklärung zu helfen. Diese versprechen eine schnelle Erstellung durch das Hochladen von Belegen. Das Unternehmen IQ Tax aus Rotkreuz ist ein solcher Anbieter und nutzt KI für die automatische Erstellung von Steuererklärungen, wobei bei Bedarf fachliche Überprüfungen angeboten werden.
Arbnor Jashari, Geschäftsführer von IQ Tax, beschreibt den Prozess als fehleranfällig und zeitaufwendig. Er hat gemeinsam mit Entwicklern eine KI geschaffen, die mehr versteht, als nur Fragen zu beantworten.
Trotz automatischer Plausibilitätsprüfungen bleiben Fehler möglich. Die Zuger Steuerverwaltung unter Guido Jud äußert Bedenken bezüglich Datenschutz und Datensicherheit bei privaten Anbietern. Viele Websites versprechen sichere Speicherung auf lokalen Servern, aber die tatsächliche Datenverarbeitung erfolgt oft international.
Die Zuger Steuerbehörde betont, dass Nutzer selbst für Fehler verantwortlich sind und mahnt zur Vorsicht bei der Nutzung von KI-Tools. Der Kanton Zürich hat bereits eine Schnittstelle zu IQ Tax entwickelt, während in Zug die Verwendung solcher Tools mit Risiken verbunden bleibt.
Neben privaten Anwendungen nutzen auch Steuerbehörden zunehmend KI zur Prüfung von Erklärungen. Kantone wie Solothurn setzen selbstlernende Algorithmen ein, um Routinefälle zu bearbeiten.
Abschließend bleibt festzuhalten: Während KI die Steuererklärung vereinfachen kann, trägt der Nutzer das Risiko für mögliche Fehler. Die Sammlung von Belegen und Dokumenten bleibt weiterhin eine manuelle Aufgabe.