In den italienischen Alpen, genauer an der Hohen Ferse bei Ratschings, haben Schneemassen eine Gruppe von zehn Tourengehern erfasst. Nach Angaben der Bergwacht kamen dabei mindestens zwei Personen ums Leben. Ein weiterer Skifahrer wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geflogen; nach einem Vermissten wird noch gesucht.
Die Rettungskräfte sind mit mehreren Helikoptern im Einsatz, wie es aus dem Bergwachtdienst hieß. Das Unglück ereignete sich gegen Mittag in hochalpinem Gelände auf etwa 2300 Metern Höhe. Die Identität der Opfer wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
In diesem Winter kam es bereits mehrfach zu Lawinenunglücken mit Todesopfern und Verletzten in den italienischen Alpen. Mehrere Krankenhäuser wurden daraufhin in Alarmbereitschaft versetzt, auch die Klinik in Innsbruck.
Seit Anfang Oktober sind so mindestens 127 Menschen durch Lawinen in Europas Gebirgen ums Leben gekommen. Die meisten Todesfälle gab es mit bisher 34 Opfern in Italien, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29), wie der European Avalanche Warning Service berichtet. In Deutschland wurden bislang keine Todesopfer registriert.
Experten führen den Anstieg der Lawinenunfälle auf den Klimawandel zurück. Höhere Temperaturen sorgen dafür, dass sich traditionelle saisonale Rhythmen verändern, wodurch der Schnee nicht mehr so fest wird. Stärkere Winde tragen dazu bei, dass gefährlicher «Treibschnee» entsteht. Besonders betroffen sind Regionen im südlichen Alpenbereich. Zudem gewinnen Skitouren und Abfahrten abseits der präparierten Pisten an Popularität.