Nach einer Phase wirtschaftlicher Herausforderungen erlebt das ehemalige “Weltbad” im Schwarzwald eine Renaissance. Die Neueröffnung von drei legendären Fünf-Sterne-Hotels ist ein zentraler Bestandteil der Bemühungen, die Stadt aus ihrer Krise zu führen.
Baden-Baden, bekannt als das “schönste Haus auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten”, hat harte Zeiten durchlebt. Der Rückgang russischer Touristen infolge des Ukraine-Konflikts traf den Ort hart, obwohl die Russen nie mehr als acht Prozent aller Besucher ausmachten. Schweizer zählen jedoch weiterhin zu den Haupttouristengruppen.
Die Stadt sah sich mit einem Defizit von 40 Millionen Euro im Jahr 2025 konfrontiert und reagierte mit Sparmaßnahmen, die auch die Kultur und Parkpflege betrafen. Die Stichwahl für das neue Bürgermeisteramt findet am 22. März statt.
Ein Hoffnungsschimmer sind drei historische Hotels im Luxussegment, die in den letzten Wochen wiedereröffnet wurden oder kurz davorstehen: Der “Europäische Hof” eröffnete bereits letztes Spätsommer und blickt auf eine lange Geschichte zurück, beginnend als “Hôtel de l’Europe” im Jahr 1840. Die Sächsische Ärzteversorgung investierte zehn Jahre und 100 Millionen Euro in die Renovierung des Hauses, das nun mit individuell gestalteten Zimmern aufwartet. Besonders beliebt ist der historische Treppenaufgang aus dem Jahr 1840.
Ein innovatives Projekt im “Europäischen Hof” ist die Vermietung eines Teils an Porsche, um eine Eventhalle zu schaffen, was neue Gäste anlocken soll. Das Hotel sieht darin ein spannendes Experiment.
Das “Brenners”, nur wenige Schritte entfernt, hat ebenfalls seine Pforten wieder geöffnet und zieht mit seiner Geschichte seit 1872 Besucher an. Die Renovierung lag in den Händen von Bergit Gräfin Douglas, einem Mitglied der Oetker-Familie. Markus Beus, Marketingdirektor des Hotels, verzeichnet einen neuen Trend: viele Gäste buchen das Hotel für ihre Hochzeiten.
Nora Waggershauser, Geschäftsführerin von Baden-Baden Tourismus, betont den positiven Effekt der Wiedereröffnung der beiden Traditionshäuser auf die Attraktivität der Stadt. Sie hebt hervor, dass die Hotels als Leuchttürme dienen und das Übernachtungsangebot von knapp 5000 Betten stärken.
Sollte der “Badische Hof”, das älteste Luxushotel Deutschlands, wie geplant wiedereröffnen, wird dies Baden-Badens Position im Luxussegment weiter festigen.