Der renommierte Autor Martin Suter (geboren 1948 in Zürich) bleibt auch mit 78 Jahren produktiv. Sein neues Werk umfasst Kolumnen aus der Reihe «Business Class» sowie eine Kooperation mit Stefan Eicher für ein Opernprojekt. Morgens kleidet er sich stets im Anzug, bevor er an den Schreibtisch geht.
Sutlers Karriere begann nach einer Werbetexter-Ausbildung als Creative Director und schrieb parallel Drehbücher sowie Reportagen. 1991 startete er seine Laufbahn als Romanautor, wobei die Kolumnen «Business Class» und «Richtig leben mit Geri Weibel» seine Bekanntheit steigerten. Insgesamt sind zwölf Bände dieser Reihe erschienen.
In einem Gespräch mit Radio SRF 2 Kultur erklärte Suter, dass das Anzugtragen ihm nicht schmeichelt, aber auch nicht stört – ein Gewohnheit aus seiner Kindheit. Er betonte, es sei wichtig, bei der Arbeit einen Unterschied zwischen Tag und Nacht zu wahren.
Sutlers satirische Kolumnen kritisieren ironisch das Verhalten von Wirtschaftsbossen. Trotz seines Spotts hegt er Sympathie für seine Figuren, um nicht überheblich gegenüber den Opfern seiner Satire zu wirken. In seinem neuen Buch «Können Sie mich sehen?» setzt er diesen Stil fort und greift aktuelle Themen wie das Homeoffice und die Pandemie auf.
Suter reflektiert seine eigenen Charakterzüge in seinen Figuren, um deren Verhalten besser zu verstehen. Neben Literatur verfasst er Songtexte für Stephan Eicher, mit dem eine tiefe Freundschaft besteht. Die gemeinsame Oper sei bereits fortgeschritten.
Sprachlich nähert sich Suter seinem Material flexibel und ohne starre Stilvorstellungen an. Persönliche Tragödien fließen nicht direkt in seine Werke ein, da Literatur für ihn kein therapeutisches Medium sein soll. Sein Schreiben dreht sich um die Liebe, das zentrale Thema seiner Bücher.
Sein größter Wunsch ist es, weiterhin Bücher schreiben zu können. Das Gespräch führte Felix Münger im Rahmen des Kulturplatz Talk auf SRF 2 Kultur am 31. März 2026.