Der ehemalige Fox-News-Moderator Pete Hegseth, nun als Verteidigungsminister im Gespräch, scheint den potenziellen Krieg gegen den Iran in einen religiös aufgeladenen Konflikt umzudeuten. Donald Trump nannte ihn kürzlich bei einer Pressekonferenz und erinnerte sich: «Pete, ich glaube, du warst der Erste, der sagte: ‹Lass es uns tun, denn man darf ihnen keine Atomwaffen geben.›» Während General Dan Caine, der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, zur Vorsicht mahnte und vor möglichen Sperrungen der Strasse von Hormuz warnte, sah Hegseth keinen anderen Ausweg als einen Angriff. Seit seinem Wechsel vom Fernsehen zum Pentagon vor einem Jahr steht Hegseths Kompetenz in Frage. Der 45-Jährige scheint bestrebt zu sein, seine persönliche Niederlage abzuwenden und sieht sich mit Kritik konfrontiert, die seinen Karriereweg prägte – eine Zeit geprägt von Misserfolgen im Irak, Afghanistan und Guantanamo Bay. Seine Verteidigung dieser Missionen war unverzagt, doch als der politische Druck gegen den Krieg anstieg, wandte sich seine Rhetorik einer zunehmend feindlichen Haltung gegenüber dem Islam und Frauen zu. Öffentlich kritisierte Hegseth das Verteidigungsministerium für mangelnde Entschlossenheit und warf ihm eine Führung vor, die seiner Meinung nach von inkompetenten Figuren dominiert wurde. Als Lösung schlug er weiterführende militärische Aktionen im Nahen Osten vor, bis der «islamische Extremismus» ausgerottet sei. Hegseths Ideologie nahm eine religiöse Wendung, nachdem er Israel besucht hatte und dessen Zielstrebigkeit in einem Beitrag für die «National Review» lobte. Er bewunderte Israels Fähigkeit, mit Entschlossenheit zu agieren – ein Kontrast zu den technokratischen Begründungen der USA. Seine Reisen nach Israel stärkten seinen Glauben an Gott und militärische Dominanz. Hegseth zeigte seine Überzeugung auch durch seine Tätowierungen: das Jerusalemer Kreuz, eine amerikanische Flagge, ein Sturmgewehr und «Deus Vult» – ein Motto der Kreuzzüge. Sein Engagement gegenüber einem Atomabkommen mit Iran im Jahr 2016 zeigte seinen Widerstand gegen eine scheinbare Kapitulation. Trotz fehlender konkreter Bedrohungsdaten versucht Hegseth, den militärischen Konflikt durch Religiosität zu stärken. Er spricht von einem Kampf gegen «religiöse Fanatiker», die nach nuklearer Bewaffnung streben. Sein Ansatz – eine koordinierte Bombardierungskampagne mit Israel, auch gegen Zivilisten – brach mit dem Völkerrecht. Randy Manner, ein ehemaliger Generalmajor der US-Armee, bezeichnete Hegseths Worte als «Worte von Kriegsverbrechern». Ein Plakat in einer Militärbasis symbolisiert seine Sichtweise: Jesus Christus mit einer Mörsergranate. Trotz dieser aggressiven Haltung bleibt Teheran standhaft. Trump deutete an, dass Hegseth nicht auf einen Frieden hoffte und könnte ihm die Schuld für eine misslungene Militäroperation zuschieben.