Elf Jahre nach dem letzten Triumph hat der HC Davos, unter der Führung von Trainer Josh Holden, eine beispiellose Dynamik erlebt. Vor seinem Engagement im Dezember 2023 stand der Klub vor einer Krise, da die Siege ausblieben. Die Skepsis gegenüber dem eingebürgerten Kanadier war groß; viele wünschten ihm keinen Erfolg. Um das Team zu überzeugen, organisierte Holden Fan-Treffen und bat um eine Chance.
Während eines Spengler-Cup-Spiels im Dezember 2023 fand ein Wendepunkt statt: Nach einer knappen Niederlage gegen den EHC Biel rief der Topscorer Matej Stransky sein Team zur Leistungsbereitschaft auf. Dieser Appell, nicht von Holden initiiert, sondern von einem Spieler, schweißte das Team zusammen und führte zu einem Sieg im Penaltyschiessen.
Holden erklärte: “Neue Trainer stoßen oft auf Widerstand, weil alte Gewohnheiten gestört werden. Die Ansprache von Stransky veränderte etwas Wesentliches.” Diese Veränderung trug Früchte: Der HCD gewann den Spengler-Cup und wurde zwei Jahre später zum ersten Mal seit 2011 Qualifikationssieger.
Die anfänglichen Kontroversen um Holdens Rolle sind verstummt. Heute wird er von Fans enthusiastisch begrüßt, und es gibt Diskussionen darüber, wie man ihn über sein Vertragsende 2028 hinaus halten kann. Sein ehemaliger Arbeitgeber Zug zeigt Interesse an ihm.
Gaudenz Domenig, der seit 2011 den Klub leitet, lobte Holden: “Es war ein Risiko, einem jungen Trainer eine Chance zu geben, doch es hat sich gelohnt. Er schaffte eine Leistungskultur.” Trotzdem hofft Domenig auf einen langfristigen Ersatz in Zug.
In seiner dritten Saison ist Holden aus dem Schatten seines Vorgängers Arno Del Curto und Förderers Dan Tangnes getreten. Gemeinsam mit Sportchef Jan Alston gab er dem Team eine neue Identität und Struktur, die auch in schwierigen Phasen Bestand hat.
Als Titelkandidat Nummer eins startet der HCD als Favorit gegen die ZSC Lions in die Halbfinalserie. Der Ausfall von Enzo Corvi stürzt das Team nicht aus der Bahn.
Die Wende des Rekordmeisters ist beeindruckend, da der Klub vor kurzem Gefahr lief, den Anschluss zu verlieren. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Biel im Jahr 2018 prophezeite die NZZ eine “Wachablösung”.
Trotz seiner ländlichen Lage bleibt Davos konkurrenzfähig, vor allem dank des lukrativen Spengler-Cups. Bald wird Andres Ambühl Fredi Pargätzi im Sportmanagement ablösen.
Finanziell stabilisiert sich der Verein auch durch 1,8 Millionen Franken von den “Kristall-Klub”-Mitgliedern und ausverkaufte Sponsorenpakete. Der Zuschauerschnitt ist so hoch wie nie zuvor: 5577 Tickets im Schnitt während der Qualifikation.
Der Catering-Umsatz bleibt gering, doch genug Mittel stehen für den Umbau der Trainingshalle und teure Transfers zur Verfügung. Dominik Egli (Frölunda) und Ken Jäger (Lausanne) wurden mit langfristigen Verträgen ausgestattet.
Die Mannschaft ist von einer bemerkenswerten Dynamik ergriffen, angetrieben vom Erfolgshunger und der Hoffnung, Matej Stransky einen würdigen Abschied zu ermöglichen. Der 32-jährige Topscorer verlässt den HCD aus familiären Gründen mit einem versöhnlichen Wunsch: “Ich hoffe, wir können ihn mit einer Goldmedaille verabschieden,” betont Domenig. Holden stimmt dem zu und erkennt die zentrale Rolle von Stranskys Rede im Dezember 2023 an.