Die Kreisstadt Waldshut-Tiengen, bekannt als beliebter Einkaufsort nahe der Grenze zur Schweiz, ist Vorreiter in digitaler Parkraumbewirtschaftung. Seit Februar 2026 testet die Stadt im Rahmen eines Pilotprojekts des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg einen Scan-Car, der automatisiert parkende Fahrzeuge erfasst und Parksünder identifiziert.
Das Fahrzeug ähnelt einem Google Street View-Auto mit Sensoren auf dem Dach. Chauffeur Daniel Duttlinger erklärt, dass die Kameras links und rechts Kennzeichen erfassen und Verstöße dokumentieren können – bis zu 1000 Autokennzeichen pro Tag sind möglich.
Duttlinger bemerkt beispielsweise zwei Fahrzeuge im Halteverbot. Die Stadt strebt mit dem Einsatz der Scan-Cars an, Radwege, Busspuren und Trottoirs sicherer zu machen. Datenschutzbedenken gibt es zwar, doch Ralph Albrecht vom Rechts- und Ordnungsamt versichert, dass nur bei tatsächlichen Verstößen Daten weitergegeben werden.
Das Pilotprojekt in Waldshut-Tiengen ist noch nicht auf Dauer angelegt. Schweizer Städte wie Basel-Stadt zeigen jedoch Interesse an dem System. In St. Gallen und Winterthur sind Pilotversuche geplant, während Bern, Luzern oder Zürich den Einsatz aktuell ablehnen.
Unser Test zeigt: Für unser Aargauer Kennzeichen wurden keine Parkgebühren bezahlt – eine Regelverletzung, die normalerweise mit einer Busse bestraft würde. Während des Tests allerdings wird unsere Verfehlung erlassen, um die Effizienz der Technologie zu demonstrieren.