Elisa Nannini, Expertin für Cybersicherheit, erläutert gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz (RSI), dass beim Online-Shopping, bei Treueprogrammen oder App-Nutzungen zahlreiche persönliche Daten geteilt werden. Diese umfassen Namen, Adressen oder Telefonnummern, die oft nicht mehr nur beim ursprünglichen Anbieter bleiben. Nannini betont, dass es hierbei weniger um Hackerangriffe oder Datenlecks geht, sondern vielmehr um die Nutzungsbedingungen, die meist ungenutzt bleiben und häufig erlauben, dass Daten an Dritte weitergegeben werden.
Datenbroker, Firmen oder private Akteure, sammeln diese Informationen aus verschiedenen Quellen wie Onlinekäufen, Apps, öffentlichen Registern oder sozialen Netzwerken. Aus dieser Praxis ist ein Markt entstanden: Dienste versprechen die Entfernung persönlicher Daten im Internet. Diese Anbieter suchen gezielt nach veröffentlichten Informationen und stellen Löschanträge bei den Datenbrokern, wie Nannini erklärt.
Sie überwachen auch das erneute Auftauchen gelöschter Daten, obwohl sie an ihre Grenzen stoßen. So sind Daten im Darknet nicht zu entfernen, da dieses Netzwerk verschlüsselte Websites und Dienste beherbergt, die nur mit spezieller Software zugänglich sind. Obwohl es oft illegalen Aktivitäten wie Drogen- oder Waffenhandel zugeordnet wird, gibt es auch legitime Gründe für dessen Nutzung, etwa den Schutz der Privatsphäre.
Sind solche Dienste dennoch sinnvoll? Nannini erkennt an, dass sie Risiken von Spam, Betrug oder Identitätsdiebstahl verringern können. Die Angebote sind kostenpflichtig und variieren in ihren Preisen. Alternativ besteht die Möglichkeit, selbst Löschanträge zu stellen, was jedoch schwierig sein kann aufgrund der Vielzahl an Datenbrokern.
Ein pragmatischer Ansatz sei es, bei Werbeanrufen nachzufragen, woher die Nummer stammt und gegebenenfalls Löschung zu verlangen. Zudem gibt es kostenlose Online-Tools, um etwaige Eintritt in Datenlecks festzustellen.
Nannini empfiehlt als beste Strategie aber Vorbeugung: Weniger persönliche Informationen weiterzugeben, nicht mehr benötigte Apps und Abonnements zu löschen sowie Datenschutzrichtlinien sorgfältig zu prüfen. Der Schutz von Konten durch starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung wird als zentraler Punkt hervorgehoben.