Ein Drittel der städtischen Anlegestellen soll nach dem Willen linker Parteien Sharing-Modellen vorbehalten werden. Ein Experte kritisiert dies jedoch mit den Worten: «Dann haben wir definitiv ein ‹Puff› auf dem Wasser.» In Zürich ist die Vergabe von Bootsplätzen am unteren Seebecken seit langem umstritten. Der Wunsch, einen Platz zu haben, steht im Gegensatz zur Realität – viele nutzen ihre Boote kaum, während andere den Zugang erschweren und ein Statussymbol darstellen. Die linken Parteien des Stadtparlaments setzen sich für eine Änderung der Vergabepraxis ein. Ein Vorstoss von Grünen, SP und AL verlangt Prüfungen, um Sharing-Unternehmen, Vereinen und Non-Profit-Organisationen Vorrang zu gewähren, wobei besonders emissionsfreie Boote berücksichtigt werden sollen. Jürg Rauser von den Grünen betont: «Bootsplätze im öffentlichen Raum sollten der breiten Bevölkerung zugänglich sein.» Ein ähnlicher Vorstoss wurde bereits abgelehnt, weil das Kanton Zürich die Hoheit über den See hat und eine Warteliste für Bootsplatzbewerbungen gilt. Die Stadt kann jedoch Anträge stellen, um die Elektrifizierung des Bootverkehrs voranzutreiben. Auch der Ausbau von Ladeinfrastruktur wird geprüft, birgt aber Herausforderungen, insbesondere für Sharing-Modelle wie Sailbox. Für Segel-Sharing-Anbieter ist es problematisch, dass Elektrostromanschlüsse ständige Überwachung erfordern. Olivier Lüthold von Sailbox fordert Flexibilität für Anbieter mit leistungsstarken Batterien. Er unterstützt zwar die Idee der Parteien, sieht aber als realistischer eine Vergabe von fünf bis zehn Prozent an Sharing-Organisationen. Auch «Platzhalterboote» haben ihre Vorteile, da sie beim plötzlichen Losfahren aller Boot am Seebecken zu Verkehrsbehinderungen führen könnten. Die Diskussion um Bootsplätze geht weiter und wird im Parlament mit der Debatte über das Marina-Projekt Tiefenbrunnen fortgesetzt.