Die Longevity-Bewegung verspricht mit Techniken wie der Einatmung von reinem Sauerstoff in HBO-Räumen, Aufenthalten in Kältekabinen und Infrarotbehandlungen die Verjüngung und eine verbesserte Gesundheit. Doch sind diese Methoden wirklich effektiv? Ein Faktencheck gibt Aufschluss. In Luxusimmobilien und Spas werden zunehmend Wellness-Angebote für ein langes Leben angeboten, darunter Sauerstofftherapien, Kältebehandlungen und Infrarotlicht. Während diese Verfahren als Anti-Aging-Methoden verkauft werden, ist ihre Wirksamkeit umstritten. Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO), bei der Patienten unter Überdruck hundertprozentigen Sauerstoff einatmen, wird medizinisch zur Behandlung von Entzündungen und schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Laut Sven Dreyer vom Druckkammerzentrum in Düsseldorf fördert der erhöhte Sauerstoffgehalt die Heilung durch gestärkte Immunreaktionen. Jedoch gibt es keine Beweise dafür, dass kommerzielle Anwendungen ohne Überdruck ähnliche Effekte erzielen können. Zudem könnte zu viel Sauerstoff toxisch wirken. Kältekabinen und -kammern locken mit extremen Temperaturen von bis zu minus 160 Grad Celsius, um Entzündungen zu lindern. Erich Hohenauer, Experte für Kältetherapie, betont jedoch, dass diese Geräte keine tiefgehenden Gewebeschichten kühlen können und somit nicht effektiv bei chronischen Entzündungen helfen. Eisbäder könnten zwar akute Entzündungen lindern, regelmäßige Kälteeinwirkung nach dem Sport könnte jedoch das Muskelwachstum hemmen. Infrarotbehandlungen sollen Falten reduzieren und innere Entzündungen mildern. Es gibt Hinweise darauf, dass Infrarotlicht die Produktion von Hautkollagen anregen kann, doch sind die Beweise für weitere therapeutische Effekte spärlich. Zudem besteht das Risiko, dass intensive Strahlen die Hautalterung beschleunigen oder Augen und Haut schädigen. Zusammenfassend bleibt unklar, ob diese Methoden tatsächlich zur Verlangsamung des Alterns beitragen können. Experten warnen vor möglichen gesundheitlichen Risiken bei unsachgemäßer Anwendung der Technologien.