Andreas Berger äußert sich über die Umgestaltung der Versicherungsbranche durch künstliche Intelligenz und warum Swiss Re von Palantir abhängig ist. Auf die Frage nach Ängsten vor dem neuen KI-Modell Anthropic, das IT-Schwachstellen aufdecken kann, entgegnet Berger gelassen: “Mythen sind Teil der Kultur und Geschichte.” Er betont jedoch, dass Innovation und Wissenschaft keine Angst machen sollten, solange sie mit Verantwortungsbewusstsein angewendet werden. Cyber-Risiken, so auch Mario Greco von Zurich, könnten aufgrund ihrer potenziellen Schadenshöhe unversicherbar sein – eine staatliche Rückversicherung wird diskutiert.
Berger unterstreicht die Bedeutung starker Cybersicherheitsmaßnahmen und kooperativer Ansätze mit der öffentlichen Hand. KI birgt zwar Risiken, doch bei Swiss Re bleiben Menschen im Entscheidungsprozess zentral. Probleme könnten entstehen, wenn KI zu autonom wird; ein Beispiel sind Fehlentscheidungen von Bots wie beim Fall Air Canada.
Swiss Re hat bereits frühzeitig Daten integriert und Verantwortlichkeiten definiert, um hohe Datenqualität sicherzustellen. Dies verbessert nicht nur die Effizienz, sondern auch das Bonuswesen im Unternehmen. Neue Technologien wie KI erfordern hochwertige Daten – ein Problem für viele Firmen mit fragmentierten IT-Strukturen.
Berger berichtet von Produktivitätssteigerungen bis zu 80 Prozent in der Bauleistungsversicherung durch den Einsatz von KI-Agenten. Ziel sei nicht Personalabbau, sondern eine effizientere Arbeit und bessere Kundenbetreuung. Mit Palantir arbeitet Swiss Re bereits seit acht Jahren an der Integration unstrukturierter Daten.
Trotz Kontroversen um Palantir betont Berger die klaren Governance-Prozesse bei Partnerauswahl. Er sieht in KI-Agenten enormes Potenzial für Produktivitätssteigerungen, vergleichbar mit denen in der verarbeitenden Industrie.