Eine Analyse von Stimmenvergleichen lässt vermuten, dass Taylor Swift während ihrer jüngsten Tournee nicht immer live gesungen hat. Die Webseite «Wings of Pegasus» des britischen Musikers Fil legte nach, indem er Gesangsaufnahmen aus drei Konzerten der «Eras-Tour» und einem Film-Trailer verglich. Dabei stellte sich heraus, dass die Tonspuren exakt übereinstimmten – ein Detail, das menschliche Stimmen so nicht erreichen können.
Diese Erkenntnis bestätigt den Verdacht von Dave Grohl, der bereits in der Vergangenheit kritisch bemerkte, Swift singe nicht live. Auftritte mit gelegentlichen Fehlern oder Atemschwierigkeiten lassen darauf schließen, dass Playback vor allem dann zum Einsatz kommt, wenn intensive Tanzbewegungen gefordert sind oder ein Konzert in die Länge zieht.
Im Vergleich zu anderen Künstlern wie Madonna, bei der selbst Ansagen oft auf Playback basierten, oder Bob Dylan, dessen Stimme manchmal wünschte er würde sie nicht nutzen, singt Swift zumindest teilweise live. Die Enthüllungen dürften ihre Karriere jedoch kaum beeinträchtigen; das Publikum schätzt die Show mehr als den vokalen Purismus und ist aufgrund des Fernsehens an Playback gewöhnt.
Madonnas Auftritte sind stark inszeniert, was die Authentizität in Frage stellt. Im Gegensatz zu Milli Vanilli oder The Monkees, deren Aufführungen oft künstlich wirkten, bleibt Swifts Image durch ihre musikalische Inszenierung erhalten. Frank Zappa bemerkte bereits in den achtziger Jahren: «Heute gehen die Bands zum Coiffeur statt ins Studio». Modern Talking machte sich über diese Praktiken sogar lustig, indem sie bei einem Konzert mit dem Kommentar «Band ab» ihre eigene Darbietung kommentierten.