Die Diagnose von Endometriose dauert oft Jahre, die Therapien sind selten wirksam, und die Schmerzen sind extrem intensiv. Dennoch fließt kaum Geld in die Erforschung und Behandlung dieser Erkrankung.
Einige Frauen erleben während der Menstruation unerträgliche Schmerzen, die nie ganz verschwinden. Häufig treten starke Blutungen, Verdauungsprobleme oder Unfruchtbarkeit hinzu. Bei Endometriose bildet sich Gewebe, das dem Gebärmutterschleimhautgewebe ähnelt, an unzulässigen Orten wie im Bauchraum, an Blase und Darm aus – in extremen Fällen sogar in der Lunge. Diese Wucherungen können tief ins Gewebe eindringen und Vernarbungen sowie Verklebungen verursachen.
Diese Erkrankung ist alles andere als leicht zu ertragen, dennoch werden viele Frauen und Mädchen allein gelassen. Im Durchschnitt vergehen bis zur Diagnose sieben Jahre, bei einigen sogar mehr. Die Behandlungsoptionen sind begrenzt: Schmerzmittel helfen oft nicht ausreichend, während Hormontherapien Nebenwirkungen haben können. Selbst nach chirurgischer Entfernung des Gewebes kehren die Schmerzen häufig zurück.
Jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter ist von Endometriose betroffen, doch Forscher und Mediziner lassen sie oft im Stich. Ein medizinisches System, das Frauen mit Schmerzen lange Zeit nicht ernst genommen hat, versäumt es weiterhin, der Erforschung und Behandlung der Krankheit ausreichende Priorität einzuräumen.
Erst in den letzten Jahren erhöhte sich die Forschungsförderung leicht. In Deutschland unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2024 die Endometrioseforschung mit rund 5 Millionen Euro pro Jahr, was einen starken Anstieg darstellt – zuvor wurden in zwanzig Jahren insgesamt nur 500.000 Euro investiert. Pro betroffener Frau sind das ungefähr 14 Euro jährlich. In der Schweiz lehnte der Ständerat Ende 2023 eine spezifische Förderung ab.
Die geringen Investitionen in die Endometrioseforschung zeigen, wie wenig Priorität ihr eingeräumt wird – sowohl in der Forschung als auch im klinischen Alltag. Die notwendige komplexe Diagnostik und langjährige Behandlung sind oft unzureichend vergütet, wodurch Ärzte weniger Anreiz haben, sich zu spezialisieren.
Obwohl die Endometriose in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit erlangt hat – ein Schritt mit positiven Folgen wie der Abschwächung von herablassenden Aussagen gegenüber jungen Mädchen – löst dies das Problem nicht vollständig. Es ist tragisch, dass Frauen kaum eine Lösung oder Erklärung für ihre Leiden erhalten, da die Ursachen der Endometriose weitgehend unverstanden sind.
Es ist nun an der Zeit, ernsthafte Investitionen in Lösungen zu tätigen: verlässliche Früherkennungsmaßnahmen, verstärkte Berücksichtigung von Endometriose in medizinischer Ausbildung und Fortbildung, umfassendere Forschung zur Ursache der Krankheit sowie ein System zur Langzeitbeobachtung von Patientinnen. Ein medizinisches System ist notwendig, das die Erkrankung so ernst nimmt, wie sie wirklich ist.